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Das normale Leben by Dieter Wellershoff
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Das normale Leben

by Dieter Wellershoff

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In den zehn Erzählungen des Altmeisters Dieter Wellershoff zeigt das Stimmungsbarometer auf melancholisch bis schwermütig. Ein Grund dafür ist, dass die handelnden Personen noch nicht wirklich alt, aber ganz sicher nicht mehr jung sind. Die meisten haben es zu etwas gebracht, haben es quasi geschafft -- und sie sind geschafft, ja „geradezu zerschlissen“ nach langen Jahren in beruflichen und privaten Tretmühlen.

Da versucht ein pensionierter Journalist, soeben dem Herztod von der Schippe gesprungen, auf Anraten des Arztes ins „ganz normale Leben“ zurück zu kehren. Doch er will nicht „von Mahlzeit zu Mahlzeit“ leben, so wie der verwitwete Buchhändler in der Geschichte „Der Rückzug“. Er nimmt Kontakt zu Nina, seiner großen Liebe, auf ... Eine Studentin steht unschlüssig zwischen einem kauzigen Kommilitonen und ihrem coolen Kunsthändler-Geliebten. Sie zwingt sich, nach vorne zu blicken, „auch wenn dort nichts zu sehen war“. Und egal, welche Entscheidung die Figuren treffen (wenn sie denn eine treffen), sie werden das Gefühl nicht los, das Beste im Leben zu verpassen oder schon längst verpasst zu haben.

Die Frage „Wann kommt Walter?“ erhält in der gleichnamigen Geschichte existenzielle Bedeutung: für Walters Ehefrau und seine altersdemente Mutter, die unter einem Dach wohnen und -- Beckett lässt grüßen -- die Hoffnung auf seine Rückkehr wider besseres Ahnen nicht aufgeben wollen: „Der Traum ist aus, aber die Mühle dreht sich weiter“. Das muss nicht das letzte Wort sein, denn bei Wellershoff bleiben bis zum Ende viele Fragen offen und damit einiges an Möglichkeiten, positiv wie negativ.

Es wird häufig in den Spiegel geblickt in diesen Erzählungen, durchweg mit gemischten Gefühlen, und auch mancher Leser dürfte sich in den beschriebenen Befindlichkeiten und Verhaltensweisen öfter wiedererkennen, als ihm lieb sein kann. In einer schnörkellosen Sprache skizziert der Autor die westliche Terra erotica, durch die vom Liebeswunsch getriebene Gestalten irren und wirren, sich treffen, trauen, trennen. Wo genau man in dieser Beziehungslandschaft suchen muss, weiß man auch nach der Lektüre nicht, nur, dass man suchen soll -- und dass es neben all den Fallgruben und Abgründen immer wieder Schlupfwinkel und Hintertürchen gibt. In jedem Alter, zu jeder Jahreszeit. --Patrick Fischer

Kurzbeschreibung
Nach dem überwältigenden Erfolg seines Romans »Der Liebeswunsch« widmet sich Dieter Wellershoff in zehn subtilen Erzählungen der Beschreibung der alltäglichen Glückssuche der Menschen unserer Zeit. Was kann noch als normal gelten, wenn es keine verbindlichen Lebensformen mehr gibt, stattdessen aber die übermächtige Forderung an jeden Einzelnen, das Beste aus seinem Leben zu machen und sein persönliches Glück zu finden? Dieter Wellershoff hat einen so einfühlsamen wie kritischen Blick für die Illusionsanfälligkeit dieser Seelenlage, in der Leidenschaft und Sicherheitsbedürfnis, Hingabe und Abgrenzung, Wahrheitswunsch und Selbsttäuschung sich in widersprüchlichen, labilen Bindungen und Schattenspielen vermischen. In seinen Erzählungen aus den letzten drei Jahren führt er Menschen zueinander, die sich in ihrem Leben eingerichtet zu haben glauben und unversehens mit Wünschen und Sehnsüchten konfrontiert werden, die sie sich bisher nicht eingestanden haben. So beginnen Prozesse der Veränderung in unabsehbarer erzählerischer Dramaturgie. Nuancenreich, eindringlich und berührend zeigt Wellershoff Wendepunkte des Lebens, ergriffene und verpasste Chancen, kühle Phantasien und kleinmütige Fluchten. Wir erleben eine Studentin, die sich aus ihrem Verhältnis mit einem deutlich älteren und verheirateten Kunsthändler befreien will, ein Ehepaar, das bei einem gemeinsamen Opernbesuch in den tiefen Graben blickt, der sie beide längst trennt, oder zwei Schwestern, die auf einem Sommerfest zu Konkurrentinnen werden. Unaufdringlich runden sich alle zehn Geschichten zu einem vielschichtigen Gesamtbild und weisen Dieter Wellershoff als einen realitätskundigen und erfahrenen Erzähler der Phantasien und Getriebenheiten unserer Zeit und Gesellschaft aus.
  ronka | Jun 29, 2007 |
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