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Das wahre Leben im falschen: Geschichten von ostdeutscher Identität

by Christoph Dieckmann

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Epigraph
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Wie mancher Ostler delektiere ich mich gern an DDR-Filmen: DEFA, "Polizeiruf", "Staatsantwalt". Mich ergötzt die lineare Betulichkeit, diese Pars-pro-toto-Provinzialität. Mich freut der stittliche Ernst. Stilleben hat Friedrich Dieckmann die alten Schinken genannt. Was früher so an ihnen störte -- die Halbwahrheiten, die Theatralik, die Fehler in Miliey und Interieur -- wirft man ihnen heute nicht mehr vor. Wir sind ihnen nicht mehr gram, sondern verbunden. Sie stiften Gedächtnis. Sie archivieren jene Dusseligkeit des SED-Systems, die sie doch damals, wie wir mit ihnen hofften, bekämpfen wollten. Der Betrachter dieser Filme kann selbstgewiß die Distanz vermessen, die er seither, doppelt, überwunden hat. Endlich ist etwas verloren. Wir sind es nicht. (S. 33)
Es ist den ehemaligen Bürgerrechtlern viel feiger Hohn zuteil geworden. Eins aber war ihr Fehler: die apodiktische Bestimmung dessen, was unser aller Vergangenheit gewesen sei. Ihr rigoroser Satz "Es gibt kein richtiges Leben im falschen" züchtigte Erinnerung. Das stiehlt Geschichte, den Baustoff von Erfahrung und Moral. Es entmündigt die Persönlichkeit von Kindheitsmustern, deren individualgeschichtliche Wahrheit doch erst dann zur Lüge wird, wenn sie als Massenorganisation die Geschichtsbücher okkupieren will. Könnten die untoten Zerschmetterer der DDR (vormals ihre Utopisten) nicht endlich ganz unrepräsentativ ihr eigenes Glück und Glas beschreiben? Ihr höchstpersönliches, durch keinerlei geschichtlichen Sieg alimentiertes lost and found? Ihre Kinderlandschaft inklusive Wetter und Fußballverein, statt immerzu das Individuelle für das Mindere zu halten, wie der Staat sie lehrte, den sie tapferer bekämpften als unsereins? (S. 34)
Dennoch, Leben als Entwicklung, das war ein tröstlicher Glaube. Die heitere Sinnlosigkeit der Marktgesellschaft, ihr ungeniert zyklisches Fressen, Saufen, Huren, Kaufen, erzeugt wohl nicht nur im Osten Sehnsucht nach dem sinnstiftenden Staat. (S. 70)
Der Osten verstand die Einheit als großes emanzipatorisches Versprechen, nicht als seine Wirtschaftspleite. Doch der Westen brauchte keinen Osten. Seine Märkte waren dicht, seine Vorstandssessel, Redaktionen, Katheder und Parteizentralen wohlgefüllt. Seine Geschichte feierte. Sie hatte obsiegt. Weiter so, Westdeutschland! (S. 72)
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Publisher's editors
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