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Baudolino by Umberto Eco
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Baudolino

by Umberto Eco

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Ein gutes Konzept schlecht umgesetzt...: Hallo!

Diese Rezension bezieht sich lediglich auf die Audioversion des Buches "Baudolino" von Umberto Eco. Dem Autor dieser Rezension ist die Printversion des Buches nicht bekannt.

Um es gleich vorweg zu sagen: Für Mediävisten oder Menschen mit einem gewissen Interesse für das Mittelalter verspricht das Hörbuch eine Qualität, die etwa drei Sternen entspricht.

Umberto Eco schreibt keine leichte Kost. Das finde ich persönlich nicht schlimm, im Gegenteil. Die Sprache, die er wählt, ist auf einem sehr hohen Niveau angesiedelt aber auch gleichzeitig verständlich. Man muß sich konzentrieren und wird zum Nachdenken angeregt. Das gefällt mir. Eco hat allerdings das Problem, daß seine Sprache nicht zu berühren weiß, auch wenn er sich an manchen Stellen redlich Mühe gibt.
So hat man nach Anhören des Romans das Gefühl, für gewisse Themen interessiert und auch intellektuell unterhalten worden zu sein. Aber die Figuren und ihre Schicksale wußten nicht zu berühren. Es war, als hätte man hinter einer aufwändigen Theaterkulisse die kalte Stahlkonstruktion erkennen können. Gerade an den Stellen, die emotional berühren sollten, ließ sich heraushören, daß das Werk konstruiert ist...nicht authentisch, nicht wirklich mit Herz geschrieben. Und wenn bei solch wichtigen Stellen derartige Eindrücke auftauchen, dann läuft etwas gehörig schief.

In diesem Zusammenhang ist auch der größte Makel des Buches zu nennen, nämlich die Darstellung und Beschreibung der Charaktere. Weder Baudolino selbst, noch seine Kameraden, weder der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, Friedrich I. genannt "Barbarossa", noch der Geschichtsschreiber und Baudolinos Gesprächspartner Kyrios Niketas weisen eine greifbare Tiefe auf. Flach gezeichnet sind sie, allesamt Mittel zum Zweck...zu Werkzeugen des Autors degradiert, mit denen er seinen Roman baut.
Auf diese Weise erschafft Eco eine emotionale Distanz zwischen dem Zuhörer und seinen Figuren. Sie wirken unecht, farblos, seelenlos...das nimmt bisweilen derart groteske Züge an, daß man meinen könnte, es handele sich hierbei um eine absichtlich verwendete literarische Kunstform, eine bewusste Surrealität (mit diesem Teil der Kritik spiele ich NICHT auf den Teil des Buches an, der die Reise zu Presbyter Johannes beschreibt, sondern meine lediglich die Darstellung der Figuren!). Aber entweder ist dieser Kunstgriff einfach nicht gelungen oder es war gar nicht Ecos Intention, einen solchen Stil zu verwenden. So oder so, die Romanfiguren wissen nicht zu überzeugen und gehen einem Stellenweise richtiggehend auf die Nerven.
An dieser Stelle sei angemerkt, daß Eco es mit seiner überspitzten Darstellung des von Aberglauben und Naivität geprägten Menschen des Mittelalters stellenweise derart übertreibt, daß es schon an Arroganz grenzt. Die Menschen dieser Zeit hatten natürlich ein Weltbild und eine Art, an naturwissenschaftliche Prinzipien heranzutreten, wie man sie aus heutiger Sicht leicht belächeln kann. Die Charaktere dieses Romans jedoch vermitteln darüber hinaus eine grundsätzliche Dämlichkeit, daß man sich bisweilen fragt, wie sie sich über eine derart lange Zeitspanne am Leben halten können.

Um ein wenig mehr auf die Figur des Baudolino einzugehen, muß man sagen, daß der Protagonist des Romans stark polarisiert, denn mit ihm steht und fällt der gesamte Roman. Der Schelmenroman an sich lebt davon, daß vom Hauptakteur, trotz seiner Dreistigkeiten und Untaten, ein gewisser Charme ausgehen muß, damit man als Leser sich auf ihn einlassen kann.
Baudolino ist dieser Charme nicht vergönnt. Das liegt an der oben beschriebenen Oberflächlichkeit der Figur. Darüber hinaus muß man aber auch sagen, liegt es an dem Sprecher, Jens Wawrczeck, der ein hervorragender Synchronsprecher ist und auch für dieses Buch routiniert und handwerklich ausgezeichnet gearbeitet hat. Bekannterweise hat er aber nun auch eine sehr spezielle Stimme und in Verbindung mit Baudolino, erhält diese Figur dadurch einen eher negativen Touch.

Die Story ist, wie schon häufiger erwähnt, bis zum Tode Friedrich I. in sich schlüssig, wenn auch stark episodisch aufgebaut, und auch interessant. Das grundlegende Konzept des Romans funktioniert bis dahin, auch wenn die Charaktere nicht zu überzeugen wissen.
Ab dem Tode Friedrich I. und der daran anschließenden Reise zu Presbyter Johannes, verändern sich die Stimmung und die Atmosphäre des Romans. Hier wird besonders deutlich, daß Eco Baudolino offenbar als Figur konzipiert hat, bei der der Leser/Zuhörer sich selbst immer wieder fragt, wie weit er selbst ihm trauen kann. Hätte der Autor Baudolino und die anderen Figuren charismatischer und überzeugender gestaltet, wäre dieses Konzept vollkommen aufgegangen und hätte zu einem großen Kunstgriff avancieren können.
So aber bleibt nur der Eintritt in eine Welt, die von sagenhaften Figuren des mittel- und osteuropäischen Aberglaubens bevölkert wird und als Zuhörer weiß man einfach nicht, was das nun soll. Diese Welt, in der die "Helden" des Romans den Presbyter Johannes zu finden hoffen, wirkt nicht bedrohlich, nicht liebevoll, nicht sympatisch, nicht spannend...sie wirkt allenfalls aufgesetzt...eben konstruiert.
Verbirgt sich hinter diesem Teil der Geschichte eine tiefgründige Aussage? Ein gesellschaftskritischer Fingerzeig oder eine Pointe, die sich mir nicht erschlossen hat? Ausschließen möchte ich das nicht, kann man doch nicht mit Sicherheit sagen, bei einem Hörbuch alle Feinheiten und Nuancen herauszufiltern und immer erfolgreich zwischen den Zeilen zu "hören". Dennoch muß ich sagen, ist mir auch nach langem Nachdenken nicht aufgegangen, was man diesem Teil der Geschichte sinnvolles entnehmen kann.

Die Produktion des Hörbuchs ist hervorragend! Die Sprecher sind allesamt sehr gut (sie können ja nichts dafür, welche Rolle man ihnen zuweist) und die musikalische Untermalung ist sehr gut gelungen und richtig dosiert, sowohl was die Lautstärke angeht, als auch ihren Umfang. Besonders Hervorzuheben sind hier die Geräuschkulissen. Sie sind für Hörbücher absolut vorbildlich und tragen gewaltig zu einer stimmigen Atmosphäre bei.

Damit ist nun alles gesagt, was es aus meiner Sicht zu diesem Hörbuch zu sagen gibt. Vielen Dank für das Durchhaltevermögen bis hierher.;-)

Auf bald!

Theryn
  r1hard | Nov 22, 2009 |
Have given up on this half way through. Typical Eco. Loads of erudition, but little plot and narrative flow. I just do not get on with his style. ( )
  john257hopper | Oct 8, 2009 |
Great story (or stories), one more fantastic than the next! Baudlino, the lucky liar, retells his involvement in every real and imagined scenario in the ages of the crusades. A cross between Forest Gump and 1001 Arabian Nights ( )
  jsoos | Aug 1, 2009 |
The story centers around the (re)making of the legend of Prester John (cf. The Travels of John Mandeville) and the wonders of the east, as known to the mind of the medieval scholastic. To me, the plot lacked the momentum of The Name of the Rose, but Eco's verbal playfulness, polysemy and knowledge of European history kept me delightfully charmed throughout. ( )
  johnxlibris | May 14, 2009 |
The novel starts out promising, powered by Eco's great gift for conjuring up vivid images of past cultures, in this case medieval Italy. But about half way through the novel changes character plunging into an overdrive of fantastical events and figures. I wasn't convinced. ( )
  vieth | Nov 21, 2008 |
This was the fastest 500+ page book I have ever read. Perhaps I have something for liars.. Baudolino's tale was full of the most unbelievable adventures, yet I fell for it all and couldn't wait for more. Eco is truly is master storyteller. ( )
  MrsBond | Sep 18, 2008 |
A phrase used to describe 'Foucault's Pendulum' also aptly describes 'Baudolino:' "endlessly diverting." It is at once fascinating history, bawdy farce, riveting mystery, and profound allegory. ( )
  SirRoger | Aug 5, 2008 |
the Forrest Gump of Byzantium, Baudolino always seems to find himself in the midst of earth-changing history with no hope of having his role acknowledged.

a teller of tall tales and general scoundrel our hero is likable but not to be taken without skepticism.

a rollicking read, enjoyable if stilted at times. ( )
  arouse77 | May 27, 2008 |
This book might seem a bit eccentric to someone who hasn't read one of Eco's books before, otherwise you might be a bit more prepared for it. I thought that the story was interesting, and while the end didn't seem that satisfactory to me, it overall didn't let the book down too much. I didn't enjoy it quite as much as The Island of The Day Before, or Foucault's Pendulum, as it seemed perhaps a bit less serious, with everything being that little bit less convincing. The book is meant to be funny, and not taken completely seriously though, and it does manage to be funny in places and does not miss the mark by too much. Present in full force are the digressions into philosophy and theology that the author seems to like to indulge in in his novels, I find them interesting, while they will be lost completely on others I imagine.
Overall this book should appeal to those with an interest in the medieval times, fans of the author, and those who like a sprawling adventure story. ( )
  P_S_Patrick | Apr 15, 2008 |
"Time is an eternity that stammers. You understand? And with time, he created fire, which gives heat but risks burning everything, water, which quenches thirst but also drowns; earth, which nourishes the grasses but can become avalanche and suffocate them; air, which lets us breathe but can become hurricane..."

This is the life story of one Baudolino, a man who dedicated his life to searching for Prester John and the Grasal, and tells of the many places he saw and people he met in the meantime. Religion and history, always one of my favourite mixtures :) ( )
2 vote tronella | Mar 13, 2008 |
Boring
  minipearl | Jan 6, 2008 |
1. Hälfte nett, mit dem Übergang in die Phantasiewelten leidet auch die Spannung; aber die erste und meines Wissens nach einzigste Erwähnung eines Mauswiesels! ( )
  moricsala | Dec 4, 2007 |
the story reads a bit like Baron von Munchhausen set fitmly against a background of Near East history. I found this to be a tough read until chapter 33 which a pure poetical discussion on the true nature of God. But that is quickly gone again. ( )
  flurryofdarkness | Aug 23, 2007 |
'If you can imagine a thing, then it must exist'; now that's an exciting logical proposition for a fantastical Medieval romp through the lands of legend, meeting fables in the flesh. ( )
  DanCook | Aug 10, 2007 |
I could not get into it. Perhaps he is too DEEP for me but... I read half of the book and still did not care about any of the characters. ( )
1 vote aaron.marc.saunders | Jun 14, 2007 |
Not as good as his first novel! I find that I am disappointed with Eco's work although I love historical fiction and stories of quests. This account falls flat in my opinion. ( )
1 vote torontoc | Mar 17, 2007 |
Faith makes reality. Heavy use of irony. Subtle, complex, charming, brilliant. The future movie will surely butcher it. ( )
  openset | Mar 7, 2007 |
Italian historical fiction
  whmcew | Feb 25, 2007 |
Probably one of the most dissapointing offerings from Eco. Far from his best. ( )
1 vote lmckend | Feb 20, 2007 |
This was an interesting book. It wasn't a very easy read but it was fun and somtimes pretty funny.

In the Name of the Rose (for those who read it) there is a special book that is the cause for the problems. I can not remember the title it was given but I do remember the description and Baudolino could very well be the book descriped.

This book was written from the point of view someone who's maps still had around the edges Monsters depicting the unknown lands and seas. ( )
  readafew | Jan 3, 2007 |
Strange structure, almost like he decided to make it a mystery novel in the last chapter. Funny but kind of silly sometimes. ( )
  ragwaine | Dec 15, 2006 |
Apologies to anyone who came looking for a real review that would give you some idea of the plot or characters. Alas, despite trying multiple times, I was never able to read more than a few pages before putting this book down and turning to something else. I don't know if it is a fault of the book, or this reader, but I found this novel completely un-readable: I just could not find it worth turning the pages. Which is such a shame, as I love other works by Eco, including 'The Name of the Rose'.

I am going to pass this book onto someone else in the hope that they can make headway where I could not. ( )
1 vote ForrestFamily | Nov 26, 2006 |
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