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Der Titel und die wirklich schön gestalteten Cover haben mich auf diese Reihe aufmerksam gemacht. Im ersten Moment erlebt man und geht davon aus, dass es hier – wie in vielen BL-Reihen – darum geht, dass zwei Oberschüler Gefühle füreinander entwickeln und so ihre Sexualität (neu) entdecken. Aber ganz so einfach ist das nicht.

Shunta ist in Takumi bereits seit Kindertagen verliebt und seine Verliebtheit ist zwischenzeitlich schon so etwas wie eine Besessenheit geworden, die er show more regelrecht gezwungen ist, auszuleben. Dennoch hat er starke Gefühle für Takumi, die man deutlich sieht. Er sorgt sich um diesen, möchte diesen aber nicht mehr nur als Freund haben.

In diesem zweiten Band lernt man etwas über Takumi und seine familiären Verhältnisse. Die wirkten bereits in Band 1 schon sehr befremdlich und verstörend. Dass er dadurch traumatisiert ist und keine normalen zwischenmenschlichen Beziehungen aufbauen kann, ist mir bewusst. Und jeder, der traumatisiert wurde, hat mit gewissen Situationen, die an das Trauma erinnern, Probleme. Doch nicht einmal in der familiären Wohnung kann er sich sicher fühlen und das ist wirklich krass. Niemand sieht das Leid oder die Veränderung, die er durchlebt hat. Nicht einmal sein bester Freund Shunta.

Es gibt ein paar offensichtliche Andeutungen, die auch die Beziehung von Takumi und seiner Mutter deutlich in Frage stellen und einem den Magen umdrehen. Ich mag Takumi und er tut mir schon leid. Shunta ist mir zu aggressiv in seinem Verhalten und drängt Takumi ständig dazu, irgendwelchen Sachen zuzustimmen.

Shunta ist mir als Charakter mittlerweile zu egoistisch und leider auch zu kindisch. Es gibt Szenen, die humorvoll sein sollen, die mich aber persönlich abstoßen, weil sie einfach nicht meinem Humor entsprechen. Sie sind eher widerlich und wenn Jugendliche derartige Sachen heutzutage amüsant finden, geht unsere Welt wohl wirklich den Bach runter…

Der Zeichenstil des/der Künstlers/in ist wirklich sehr schön und ich mag ihn unheimlich gerne. Leider finde ich, dass die Umsetzung etwas misslungen ist. Ich hätte mir gerne hier in Shunta eine reifere Persönlichkeit gewünscht, passend zu der ernsten Thematik und nicht jemanden, der derart hohlen Humor versucht zu verbreiten. So schön wie die Zeichnungen sind, irritiert die Umsetzung an einigen Punkten doch schon sehr. Insbesondere die Rückblenden, die man als solche nicht im ersten Moment wahrnimmt. Sie verwirren und bringen ein chronologisches Chaos in die Reihe, das man hätte vermeiden können. Dafür gibt es definitiv Punktabzug.

Ich bin etwas zwiegespalten, ob ich die Reihe fortsetzen werde oder nicht. Aber ich werde definitiv in Band 3 einen Blick hineinwerfen und mich danach entscheiden. Denn ich bin schon gespannt, wie sich Takumi entwickeln wird. Bei Shunta scheint mir eh schon Hopfen und Malz verloren…
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