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Walter Georg Alfred Hasenclever (1890–1940)

Author of Der Sohn Reclam

Walter Georg Alfred Hasenclever is Walter Hasenclever (1). For other authors named Walter Hasenclever, see the disambiguation page.

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Works by Walter Georg Alfred Hasenclever

Associated Works

Heaven and Its Wonders and Hell: Drawn From Things Heard & Seen (1758) — Autor, some editions — 553 copies, 4 reviews
Menschheitsdämmerung : Ein Dokument des Expressionismus : mit Biographien und Bibliographien (1920) — Contributor, some editions — 101 copies, 2 reviews

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Hasenclever is almost unknown today in the English-speaking world, although his last play, in which he derides Nazism, was premiered in London under Gielgud in 1939. To my knowledge, this work, autobiographical rather than an autobiography, has never been translated into English.

Auch mir war sein Name unbekannt. Ich stieß auf Walter Hasenclever durch Sebald: er berichtet von einem der Ausgewanderten, dass er ihn läse. Neugierig, lieh ich mir dieses Buch aus der Bibliothek. Diese Ausgabe show more ist gegenüber der Erstausgabe von 1969 durch einen dokumentarischen Bildteil erweitert.

Hasenclever war in den zwanziger Jahren ein Wegbereiter des expressionistischen Dramas, heute werden seine Stücke selten aufgeführt. Seine Bücher wurden 1933 in Deutschland verbrannt, er selbst ging nach Frankreich ins Exil. Er nahm sich, fliehend, keinen Ausweg sehend, 1940 im Internierungslager Les Milles in Südfrankreich das Leben. "Irrtum und Leidenschaft" ist eine Art Autobiographie. Er schrieb sie im Exil in den Jahren 1934-39, veröffentlicht wurde sie aber erst 30 Jahre später. Er beschreibt hier seine éducation sentimentale; deshalb gab sein Freund und Herausgeber Kurt Pinthus ihr den Untertitel: Erziehung durch Frauen – Ein Bekenntnisroman. Aber ist es ein autobiographischer Roman? fragt Pinthus im Nachwort und beantwortet es mit ja und nein: das erzählende Ich „ ist nicht Hasenclever, oder doch nur der gequälte und zerquälte Hasenclever der letzten Jahre“. Er beschreibt und analysiert oft erbarmungslos und agressiv sich selbst und seine Freunde, deshalb die späte Veröffentlichung. Die Sprache ist dem angepasst: kurz, abgehackt, mitreissend. Es ist ein faszinierendes Buch: einmal als Zeitzeugnis des sozialen und moralischen Emigrantenlebens der linken deutschen Intellectuellen und Literaten in Frankreich zwischen den Kriegen (Ernst Deutsch, Ernst Toller, Ernst Rowohlt, Joseph Roth, u.a.); dann in der Person Hasenclevers wie er sich selbst zurückschauend darstellt: er scheint beständig auf des Messers Schneide zu leben - „Sonderbares Grenzgebiet zwischen Nichtwollen und Müssen“ - der Gedanke des Selbstmordes begleitet ihn schon seit seiner Jugend, was aber, so Pinthus, keiner seiner Freunde wusste, für die er immer heiter und liebenswürdig erschien. Letztlich aber und zentral sind die Frauenbegegnungen in seinem Leben, die ihn zu einem - schonunslos aufgedeckten - Verständnis seiner selbst führen. Ich erinnere mich nicht, je eine faszinierendere Selbstdarstellung gelesen zu haben. (I-10)
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