
Herbert Grundmann (1902–1970)
Author of Religious Movements in the Middle Ages
Works by Herbert Grundmann
Gebhardt Handbuch der deutschen Geschichte, Bd. 5: Wahlkönigtum, Territorialpolitik und Ostbewegung im 13. und 14. Jahrhundert (1198-1378) (1973) 10 copies
Handbuch der Deutschen Geschichte. Bd. 4/1: Der Erste Weltkrieg - die Weimarer Republik (1973) 1 copy
"De Brand van Deutz 1128" in Deutsches Archiv fur Erforschung des Mittelalters. 1960: 385-470 1 copy
Associated Works
Tagged
Common Knowledge
- Birthdate
- 1902-02-20
- Date of death
- 1970-03-20
- Gender
- male
Members
Reviews
KETZERGESCHTE DES MITTELALTERS
Ketzer nennt man seit dem 13. Jh. auf deutsch alle Häretiker, d.h. die nach kirch
lichem Urteil Irrgläubigen innerhalb der Christenheit, seien es Einzelne oder Sekten,
die sich zwar alle auch auf die Evangelien und Apostelschriften berufen, sie aber
anders verstehen und befolgen als die Kirche. Stets unterschied man sie von den
Ungläubigen, von Heiden, Juden und Mohammedanerrn.
Dem Mittelalter war das Problem der Häresie auch in Zeiten, in denen es keine
akute show more Ketzergefahr gab, schon deshalb immer gegenwärtig, weil Paulus im
1. Korintherbrief 11, 19 schrieb und die Exegeten immer wieder zu kommentieren
hatten: Oportet et haereses esse, ut et qui probati sunt, manifesti fiant in vobis,
und im Brief an Titus 3,10: Haereticum hominem post unam fet secundam]
correptionem devita1. Überdies blieben die Ketzerkataloge der Patristik, vor allem
Augustins, wie auch dessen Schriften gegen die Donatisten, Manichäer, Pelagianer
Arianer usw. im MA bekannt und wurden bis ins 12. Jh. fast unverändert auch für
neue Ketzerlisten verwendet?. Aus ihnen und alten Konzilsakten kannte man viel
Ketzernamen und -lehren, auch wenn es in der eigenen Gegenwart diese Häresien
nicht gab, und man neigte dazu, jede neu auftauchende Irrlehre in die aus der
Literatur bekannten Häresien einzuordnen. Überlieferte Vorstellungen vom Wesen
Treiben und Denken der Ketzer bestimmten daher und verstellten oft das Bild der
jeweils neuen Ketzereien, als wollten und lehrten sie nichts anderes als das längst
Verurteilte3. Sie galten als die nach biblischer Verheißung in herkömmlicher Deu
tung zu erwartenden Füchse im Weinberg des Herrn", die schon Salomo (Cant
2, 15) fangen hieß, als die ,,kleinen Füchse", deren Schwänze Simson zusammen
band, damit sie Feuer trügen in die Kornfelder der Philister (Judic. 15,4f.), facies
quidem habentes diversas, sed caudas ad invicem colligatas, geeint im Irrtum,
gerade deshalb vielspältig in ihrem Glauben; als Wölfe im Schafspelz" (Mt. 7,15),
habentes speciem quidem pietatis, virtutem autem eius abnegantes (2. Tim. 3,5)
Diese und ähnliche Bibelworte wurden unablässig im MA auf alle Ketzer bezogen,
in denen man nur bestätigt und erfüllt" sah, was man längst über sie zu wissen
glaubte. Man war also zwar immer gefaβt auf Ketzere, aber durch biblisch und
patristisch begründete Vor-Urteile befangen in ihrer Beobachtung und Beurteilung
Das ist bei der Verwertung aller Zeugnisse des MA über Ketzer zu bedenken... show less
Ketzer nennt man seit dem 13. Jh. auf deutsch alle Häretiker, d.h. die nach kirch
lichem Urteil Irrgläubigen innerhalb der Christenheit, seien es Einzelne oder Sekten,
die sich zwar alle auch auf die Evangelien und Apostelschriften berufen, sie aber
anders verstehen und befolgen als die Kirche. Stets unterschied man sie von den
Ungläubigen, von Heiden, Juden und Mohammedanerrn.
Dem Mittelalter war das Problem der Häresie auch in Zeiten, in denen es keine
akute show more Ketzergefahr gab, schon deshalb immer gegenwärtig, weil Paulus im
1. Korintherbrief 11, 19 schrieb und die Exegeten immer wieder zu kommentieren
hatten: Oportet et haereses esse, ut et qui probati sunt, manifesti fiant in vobis,
und im Brief an Titus 3,10: Haereticum hominem post unam fet secundam]
correptionem devita1. Überdies blieben die Ketzerkataloge der Patristik, vor allem
Augustins, wie auch dessen Schriften gegen die Donatisten, Manichäer, Pelagianer
Arianer usw. im MA bekannt und wurden bis ins 12. Jh. fast unverändert auch für
neue Ketzerlisten verwendet?. Aus ihnen und alten Konzilsakten kannte man viel
Ketzernamen und -lehren, auch wenn es in der eigenen Gegenwart diese Häresien
nicht gab, und man neigte dazu, jede neu auftauchende Irrlehre in die aus der
Literatur bekannten Häresien einzuordnen. Überlieferte Vorstellungen vom Wesen
Treiben und Denken der Ketzer bestimmten daher und verstellten oft das Bild der
jeweils neuen Ketzereien, als wollten und lehrten sie nichts anderes als das längst
Verurteilte3. Sie galten als die nach biblischer Verheißung in herkömmlicher Deu
tung zu erwartenden Füchse im Weinberg des Herrn", die schon Salomo (Cant
2, 15) fangen hieß, als die ,,kleinen Füchse", deren Schwänze Simson zusammen
band, damit sie Feuer trügen in die Kornfelder der Philister (Judic. 15,4f.), facies
quidem habentes diversas, sed caudas ad invicem colligatas, geeint im Irrtum,
gerade deshalb vielspältig in ihrem Glauben; als Wölfe im Schafspelz" (Mt. 7,15),
habentes speciem quidem pietatis, virtutem autem eius abnegantes (2. Tim. 3,5)
Diese und ähnliche Bibelworte wurden unablässig im MA auf alle Ketzer bezogen,
in denen man nur bestätigt und erfüllt" sah, was man längst über sie zu wissen
glaubte. Man war also zwar immer gefaβt auf Ketzere, aber durch biblisch und
patristisch begründete Vor-Urteile befangen in ihrer Beobachtung und Beurteilung
Das ist bei der Verwertung aller Zeugnisse des MA über Ketzer zu bedenken... show less
Apr 19, 2024Spanish
RELIGIOUS MOVEMENTS IN THE MIDDLE AGES
The Historical Links between Heresy, the
Mendicant Orders, and the Women's Religious
Movement in the Twelfth and Thirteenth Century, with
the Historical Foundations of German Mysticism
Translated by Steven Rowan
Introduction by Robert E. Lerner
Medievalists, historians, and women's studies specialists
will welcome this translation of Herbert Grundmann's classic
study of religious movements in the Middle Ages because it
provides a much-needed history of medieval show more religious lifeone
that lies between the extremes of doctrinal classification
and materialistic analysis-and because it represents
the first major effort to underline the importance of womern
in the development of the language and practice of religion
in the Middle Ages
"This translation makes available to the English-speaking
world one of the greatest works of German historical
scholarship from the twentieth century and one of the greatest
works of medieval history ever written. Sixty years after its
original publication, Religious Movements in the Middle Ages
remains not only learned and powerful, but innovative
even radical-as well."
-Caroline Walker Bynum, Columbia University-
The late Herbert Grundmann was President of the
Monumenta Germaniae Historica in Munich, Germany
Steven Rowan is Professor of History at the University of
Missouri, St. Louis. show less
The Historical Links between Heresy, the
Mendicant Orders, and the Women's Religious
Movement in the Twelfth and Thirteenth Century, with
the Historical Foundations of German Mysticism
Translated by Steven Rowan
Introduction by Robert E. Lerner
Medievalists, historians, and women's studies specialists
will welcome this translation of Herbert Grundmann's classic
study of religious movements in the Middle Ages because it
provides a much-needed history of medieval show more religious lifeone
that lies between the extremes of doctrinal classification
and materialistic analysis-and because it represents
the first major effort to underline the importance of womern
in the development of the language and practice of religion
in the Middle Ages
"This translation makes available to the English-speaking
world one of the greatest works of German historical
scholarship from the twentieth century and one of the greatest
works of medieval history ever written. Sixty years after its
original publication, Religious Movements in the Middle Ages
remains not only learned and powerful, but innovative
even radical-as well."
-Caroline Walker Bynum, Columbia University-
The late Herbert Grundmann was President of the
Monumenta Germaniae Historica in Munich, Germany
Steven Rowan is Professor of History at the University of
Missouri, St. Louis. show less
Religious Movements in the Middle Ages: The Historical Links Between Heresy, the Mendicant Orders, and the Women's Religious Movement in the Twelfth and Thirteenth Century by Herbert Grundmann
RELIGIOUS MOVEMENTS IN THE MIDDLE AGES
The Historical Links between Heresy, the
Mendicant Orders, and the Women's Religious
Movement in the Twelfth and Thirteenth Century, with
the Historical Foundations of German Mysticism
Translated by Steven Rowan
Introduction by Robert E. Lerner
Medievalists, historians, and women's studies specialists
will welcome this translation of Herbert Grundmann's classic
study of religious movements in the Middle Ages because it
provides a much-needed history of medieval show more religious lifeone
that lies between the extremes of doctrinal classification
and materialistic analysis-and because it represents
the first major effort to underline the importance of womern
in the development of the language and practice of religion
in the Middle Ages
"This translation makes available to the English-speaking
world one of the greatest works of German historical
scholarship from the twentieth century and one of the greatest
works of medieval history ever written. Sixty years after its
original publication, Religious Movements in the Middle Ages
remains not only learned and powerful, but innovative
even radical-as well."
-Caroline Walker Bynum, Columbia University-
The late Herbert Grundmann was President of the
Monumenta Germaniae Historica in Munich, Germany
Steven Rowan is Professor of History at the University of
Missouri, St. Louis.
Marcar FundacionRosacruz | Jan 10, 2018 | edit | show less
The Historical Links between Heresy, the
Mendicant Orders, and the Women's Religious
Movement in the Twelfth and Thirteenth Century, with
the Historical Foundations of German Mysticism
Translated by Steven Rowan
Introduction by Robert E. Lerner
Medievalists, historians, and women's studies specialists
will welcome this translation of Herbert Grundmann's classic
study of religious movements in the Middle Ages because it
provides a much-needed history of medieval show more religious lifeone
that lies between the extremes of doctrinal classification
and materialistic analysis-and because it represents
the first major effort to underline the importance of womern
in the development of the language and practice of religion
in the Middle Ages
"This translation makes available to the English-speaking
world one of the greatest works of German historical
scholarship from the twentieth century and one of the greatest
works of medieval history ever written. Sixty years after its
original publication, Religious Movements in the Middle Ages
remains not only learned and powerful, but innovative
even radical-as well."
-Caroline Walker Bynum, Columbia University-
The late Herbert Grundmann was President of the
Monumenta Germaniae Historica in Munich, Germany
Steven Rowan is Professor of History at the University of
Missouri, St. Louis.
Marcar FundacionRosacruz | Jan 10, 2018 | edit | show less
Lists
You May Also Like
Associated Authors
Statistics
- Works
- 12
- Also by
- 3
- Members
- 115
- Popularity
- #170,829
- Rating
- 3.9
- Reviews
- 4
- ISBNs
- 11
- Languages
- 2


