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Works by Timotheus Schwake

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The Sandman [short story] (1816) — Composer, some editions — 693 copies, 16 reviews

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Ungeachtet der zweihundert Jahre alten Sprache ist "der Sandmann" eine zeitlose Auseinandersetzung mit Wahrheit, Täuschung und Selbsttäuschung in der Wahrnehmung anderer (auch wenn in den Materialien zur Schullektüre vor allem der Wahnsinn Nathanaels, das Symbol der Augen oder das Bild der Frau thematisiert wird).
Nathanael liebt zwei Frauen in dieser Erzählung: zunächst seine Kindheitsfreundin Clara, die Nathanael als zugewandte, herzliche und besorgte Freundin begegnet, die aber auch show more als beredte, sachliche und vernünftige Ratgeberin auftritt. Dann ist da noch die rätselhafte, schöne aber seltsam abwesende Olimpia, deren Schönheit Nathanael zunächst nur durch ein scheinbar verzaubertes Taschenperspektiv erkennt (ein kleines Fern- oder Opernglas). Beiden Frauen liest Nathanael seine Texte vor: Während Clara erst strickend zuhört um die Texte danach zu kritisieren, lauscht Olimpia ohne jede Regung und kommentiert alles mit einem zarten "Ach, Ach". Nach Claras rationaler Kritik wendet sich Nathanael von ihr ab und nennt sie "Automat". Olimpias "Ach, Ach" hingegen schreibt er ihrer Ergriffenheit und tieferem Verständnis zu. In Wirklichkeit ist es die schlichte Äußerung eines geistlosen Automaten! Der Brief Claras und ihre Sachlichkeit wird als geradezu unmenschlich nüchtern abgetan (Automat!), die unmenschlich automatenhafte Präzision und Stereotypie Olimpias hingegen wird anghimmelt. Am Ende wird diese tragische (und wahnsinnig dumme) Fehleinschätzung dem Wahnsinn Nathanaels zugeschrieben, indirekt auch dem bösen Einfluss des Opticus Coppola (dem vermeintlichen Wiedergänger des "Sandmanns"). Ich finde, die Verblendetheit des verliebten Nathanael hat bei allem mysteriösen Drumherum (mit Sandmann; toten, verletzten oder künstlichen Augen) vor allem etwas Ironisches. Nach dem Bekanntwerden der Täuschung durch einen Automaten bemüht sich die gehobene Gesellschaft darum, möglichst un-automatenhaft aufzutreten.
In Zeiten KI-generierter Texte und erstaunlich menschlich agierender Maschinen ist Nathanaels Verwechslung echter, menschlicher, vielschichtiger Liebe mit künstlicher, maschineller, vorhersagbarer Interaktion eine zeitlose Parabel über das "wahrhaft Menschliche".
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