
Valerie Fritsch
Author of Winters Garten
Works by Valerie Fritsch
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Common Knowledge
- Birthdate
- 1989-05-14
- Occupations
- Schriftstellerin
Photokünstlerin - Organizations
- Grazer Autorinnen Autorenversammlung
- Nationality
- Österreich
- Birthplace
- Graz, Steiermark, Österreich
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Alma wächst in einer Familie des Schweigens auf. Das Leben der Eltern scheint nur hinter verschlossenen Türen vorzukommen, das Zuhause insgesamt erweckte mehr den Anschein einer Kulisse, vor der Leben eher simuliert wurde als dass es tatsächlich stattfindet. Die verrückte Mutter, die mondsüchtig des nächtens aus dem kontrollierten Alltag ausbricht, fasziniert das Mädchen, bringt dies wenigstens ein wenig Bewegung in den ansonsten stillen und nüchternen Alltag. Dieser wird auch von show more den Großeltern bestimmt, denen die Kriegserfahrung nicht nur in den Knochen steckt, sondern die diese regelrecht auf die Enkelin übertragen, die die Erfahrungen der älteren Generation in Alpträumen nacherlebt. Mit Friedrich erlebt sie schließlich die alles aufzehrende Liebe, Emotionen, die sie zuvor nicht kannte. Die Geburt des gemeinsamen Sohnes Emil jedoch stürzt sie zurück in eine abgeriegelte Welt, deren Grauen vor allem in ihrem Kopf stattfindet. Doch auch mit Emil stimmt etwas nicht, es dauert einige Jahre, bis das Ergebnis der Ärzte feststeht: Emil kann keinen Schmerz empfinden.
Valerie Fritsch wurde für ihren Roman mit einer Nominierung auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis 2020 honoriert. Es ist die Geschichte vierer Generationen, die durch Alma verbunden und im Schmerz vereint sind. Die Großeltern, die die schmerzlichen Kriegserfahrungen nicht überwinden konnten und versuchten, durch eigenes Schweigen die Stimmen und Bilder im Kopf mundtot zu machen. Die Eltern, die nur hinter Türen reden, aber nicht mit dem Kind. Alma selbst, für die Schweigen und Schmerz identisch werden und die beides überwinden möchte bis zu Emil, der laut, geradezu vorlaut ist und durch das fehlende Schmerzempfinden das gegenteilige Extrem darstellt.
Die grausamen Kriegserlebnisse haben den Großvater gebrochen, so sehr, dass sein Herz es nicht mehr ertragen konnte und nur noch von metallenen Klappen der Firma Johnson&Johnson am Laufen gehalten wird. So wie er innerlich beschädigt wurde, trägt sein Urenkel permanent äußerliche Bandagen als Zeichen der unzähligen Verletzungen, die dem Körper schaden, von ihm aber nicht wahrgenommen werden. Immer wieder spiegelt die Autorin die Figuren an den zentralen Elementen Schmerz und körperlicher Verletzung. Und gerade in den Sprachbildern wird der Roman herausragend, so schreibt sie etwa Alma
„wünschte sich eine Ersatzpsyche, die die Welt besser ertrug, eine Identitätsprothese, die ihr einen sicheren Schritt durch die Tage ermöglichte.“
Die unterschiedlichen Traumata schreiben sich in die Körper ein, bleiben dort als sichtbare Wunden, die sich nicht einfach kosmetisch übertünchen lassen.
Ein bildgewaltiger Roman, der dicht auf wenigen Seiten doch unheimlich viel und dies noch dazu sehr intensiv transportiert. Kein Roman, der mich emotional völlig mitgerissen hätte, sondern eher einer der Sorte, die durch Konstruktion und Sprache am Ende nachwirken und einen bleibenden Eindruck hinterlassen. show less
Valerie Fritsch wurde für ihren Roman mit einer Nominierung auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis 2020 honoriert. Es ist die Geschichte vierer Generationen, die durch Alma verbunden und im Schmerz vereint sind. Die Großeltern, die die schmerzlichen Kriegserfahrungen nicht überwinden konnten und versuchten, durch eigenes Schweigen die Stimmen und Bilder im Kopf mundtot zu machen. Die Eltern, die nur hinter Türen reden, aber nicht mit dem Kind. Alma selbst, für die Schweigen und Schmerz identisch werden und die beides überwinden möchte bis zu Emil, der laut, geradezu vorlaut ist und durch das fehlende Schmerzempfinden das gegenteilige Extrem darstellt.
Die grausamen Kriegserlebnisse haben den Großvater gebrochen, so sehr, dass sein Herz es nicht mehr ertragen konnte und nur noch von metallenen Klappen der Firma Johnson&Johnson am Laufen gehalten wird. So wie er innerlich beschädigt wurde, trägt sein Urenkel permanent äußerliche Bandagen als Zeichen der unzähligen Verletzungen, die dem Körper schaden, von ihm aber nicht wahrgenommen werden. Immer wieder spiegelt die Autorin die Figuren an den zentralen Elementen Schmerz und körperlicher Verletzung. Und gerade in den Sprachbildern wird der Roman herausragend, so schreibt sie etwa Alma
„wünschte sich eine Ersatzpsyche, die die Welt besser ertrug, eine Identitätsprothese, die ihr einen sicheren Schritt durch die Tage ermöglichte.“
Die unterschiedlichen Traumata schreiben sich in die Körper ein, bleiben dort als sichtbare Wunden, die sich nicht einfach kosmetisch übertünchen lassen.
Ein bildgewaltiger Roman, der dicht auf wenigen Seiten doch unheimlich viel und dies noch dazu sehr intensiv transportiert. Kein Roman, der mich emotional völlig mitgerissen hätte, sondern eher einer der Sorte, die durch Konstruktion und Sprache am Ende nachwirken und einen bleibenden Eindruck hinterlassen. show less
This is a haunting story, that I cannot summarise without spoiling it. It tells of the end but at the end left me in doubt. Beautifully written.
Winters Garten (translates literally to Winter's Garden) is a novel by Valerie Fritsch. As far as I know, it has not been translated into English.
Plot:
Anton Winter spent a lot of his childhood at his grandparents' house and garden. Now he's an ornithologist in his fourties and looks at the ruins of a city in a world devastated by war. He is a loner, but when he happens to meet Friederike, he falls in love. He starts working with her at a birthing clinic and they get closer. But with the end show more of the world fast approaching, they have very little future, only the hopes that fill their present.
Winters Garten is Literature-with-a-capital-L and while I loved to get a speculative fiction novel from Austria, I couldn't really get into that literary style that - to me - felt like it was trying too hard.
Read more on my blog: http://kalafudra.com/2017/04/24/winters-garten-valerie-fritsch/ show less
Plot:
Anton Winter spent a lot of his childhood at his grandparents' house and garden. Now he's an ornithologist in his fourties and looks at the ruins of a city in a world devastated by war. He is a loner, but when he happens to meet Friederike, he falls in love. He starts working with her at a birthing clinic and they get closer. But with the end show more of the world fast approaching, they have very little future, only the hopes that fill their present.
Winters Garten is Literature-with-a-capital-L and while I loved to get a speculative fiction novel from Austria, I couldn't really get into that literary style that - to me - felt like it was trying too hard.
Read more on my blog: http://kalafudra.com/2017/04/24/winters-garten-valerie-fritsch/ show less
Was ist das für eine Welt, in der die liebevoll pflegende und tröstende Mutter gleichzeitig die Ursache allen Übels und Elends ist? In Valerie Fritschs Roman "Zitronen" trifft Poesie auf Brutalität. Wortgewaltig beschreibt sie die Kindheit von August, die geprägt ist von körperlicher und psychischer Gewalt. Während sie die Gewalthandlungen selbst nur oberflächlich schildert, widmet sie sich seitenweise den Emotionen ihrer Figuren - detailliert als wären sie komplexe Maschinen oder show more Kunstwerke und erzeugt dabei ein Gefühl von Beklemmung und Trostlosigkeit, das das Ausmaß der Tragödie im Ansatz erahnen lässt und den Leser:innen einiges an Durch- und Aushaltevermögen abverlangt. Die sich am Fernseher in Endlosschleife wiederholende Beerdigung von Lady Di wird zum Synonym von Augusts Leiden und Sterben auf Raten. Was am Ende übrig bleibt, ist die Frage: Tun wir als Staat und als Gesellschaft genug, um unsere Kinder vor Gewalt zu schützen und damit weiterer Gewalt vorzubeugen? ~2024 show less
Aug 29, 2024German
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