Bakunin : ein Leben für die Freiheit

by Madeleine Grawitz

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Editorische Notiz: Die Originalausgabe dieser Biographie erschien unter dem Titel Michel Bakounine in der Librairie Plon, Paris (1990). Die Veröffentlichung erfolgte mit Unterstützung des französischen Kulturministeri-ums, Centre national du livre. Der Verlag dankt Ottmar Hering und Katharina Leunig.
Madeleine Grawitz, in Marseille geboren, Lehrbeauftragte für Öffentliches Recht, hat an der Rechtsfakultät von Lyon unterrichtet, bevor sie Professorin für Politologie an der Sorbonne, Paris wurde. Sie ist Ehrendirektorin des Arbeiterbildungszentrums von Lyon und hat Werke und Artikel über Sozialwissenschaften, Politologie und politische Psychologie veröffentlicht.
Wie ist aus einem russischen Aristokraten, einem jungen Romantiker, show more der bei seinen heißgeliebten Schwestern im kultivierten Milieu des "Paradieses" von Prjamuchino erzogen wurde, der Begründer des Anarchismus geworden? Die bewegende Biographie zeichnet das Schicksal dieses großen Rebellen, dieses "fanatischen Freiheitsliebenden" nach. Nach der Kadettenschule, den Universitäten von Moskau und Berlin und den Kämpfen, die im Paris von 1848 begonnen haben und ganz Europa erschüttern, lernt Bakunin die Kerker des Zaren und die Verbannung in Sibirien kennen. Durch die abenteuerliche Flucht gelingt es ihm, wieder nach London, Italien und in die Schweiz zurückzukehren. In der Ersten Internationale stellt sich Bakunin gegen den Autoritarismus von Marx. Er ist im Gegensatz zu Marx der Protagonist und die Symbolfigur des freiheitlichen Sozialismus. Dieses Buch ist auch eine Zeitgeschichte des 19. Jahrhunderts. Ausgehend von den Aktionen und den gärenden philosophischen Gedanken um 1848 zeigt es das Entstehen der großen Ideen des libertären Sozialismus anhand des Lebenswegs eines seiner berühmtesten Begründer. "Madeleine Grawitz hat die Bakunin-Biographie geschrieben, die bis jetzt gefehlt hat. Ein ebenso lebendiges wie kluges Buch, dessen 600 Seiten man in einem Zug verschlingt. Die Autorin, als glänzende Psychologin und erfahrene Historikerin, läßt all die Menschen, die ihren Helden umgaben, wieder auferstehen: Belinski, Proudhon, Wagner, George Sand, Alexander Herzen, Netschajew, James Guillaume, Mazzini und all die russischen Emigranten, die Handwerker aus dem Jura, die Lyoner Bürger..." (Etienne Balibar, Le monde diplomatique) "Eine vollständige Biographie, erhellt durch die brilliante Rekonstruktion der historischen und soziologischen Situation, ohne die der ständige Kampf Bakunins nicht verständlich wäre." (Pierre Ansart, Quinzaine litteraire) "Madeleine Grawitz hat hier eine vollendete Biographie geschaffen." (Le Figaro magazine) show less

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Die mangelnde Distanz zu ihrem Helden bekommt der Biografie schlecht. Grawitz konzentriert sich in der Darstellung des späten Bakunin so ausschließlich auf ihn, dass sie dabei die Gesellschaft, die intellektuellen Konstellationen der Zeit und auch den Anarchismus als theoretische und politische Bewegung aus den Augen verliert.
Christina Ujma, literaturkritik.de
Feb 1, 2000
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