Echt, du bist Jude?: Fremd im eigenen Land

by Yascha Mounk

8 Members 1 Review ½ (3.50)

On This Page

Tags

Member Reviews

1 review
Wie wir uns in den nächsten Jahrzehnten betten werden, so liegen wir im 21. Jh. dann auch. So lesen wir in diesem Buch, das eine Mischung aus beeindruckendem Leben als Jude in Deutschland und der Einschätzung der politischen Lage in Deutschland/Europa ist.

Ich habe es mit großem Interesse gelesen, möchte hier nicht alle Gedankengänge wiedergeben, nur so viel:

Ich würde zum großen Teil in fast allen Bereichen zustimmen. Deutschland heute ist praktiziertes Multikulti, sofern es nicht-muslimische Einwanderer betrifft. Ich hätte vor 2 Jahren ebenso wie Yasha Mounk(YM) argumentiert und bin dankbar, dass er mir seine jüdische Einstellung zum Leben hier vermittelt, wirklich psychologisch tiefgehend und erhellend. Ich habe viele show more jüdischen Freunde und weiß, dass es so sein kann, aber nicht sein muss. Bei vielen erfuhr ich erst per Zufall, dass sie überhaupt jüdisch waren.

'"Doch noch mehr schockiert mich, wie wenig Kontakt wir überhaupt mit türkischstämmigen Deutschen hatten'", schreibt YM und hat damit den Schlüssel in der Hand: weder wollten Muslime mit uns Kontakt (verboten laut Koran) noch wir mit Ihnen (bis 2015). Erst mit dem Aufkommen der Rechtspopulisten wie YM sie nennt (diese Passage gefällt mir überhaupt nicht, man merkt, dass dieses Buch bis Anfang 2015 geschrieben wurde), ist hier in Deutschland eine Diskussion in Gang gekommen, die heute ganz offen - von mir z.B. täglich mit Muslimen - geführt wird. Was Muslimen not tut, ist eine tiefgreifende Reformation.

YM beschreibt die Angst durch aufkommende Islamisten und die Tötungen von Juden, blickt aber nicht wirklich hin:

auf die konstituierende Gefahr, die Muslime im Koran zu direkten Feinden der Juden macht.

Ich vermisse von ihm eine grundlegende Analyse der mohammedanischen Religion. Er verhält sich dabei so ähnlich wie Michel Friedman, der m.E. deswegen nichts darüber sagt, weil er ebenso Angst hat, Dinge auszusprechen, die im Koran grundlegend und negativ formuliert sind. Aus welchen Gründen er dies auch immer verweigert.

Deutschland wird vielfältiger, gleichzeitig wächst die Wut darauf, schreibt YM. Stimmt, aber nur, weil die Öffentlichkeit nicht jenes Recht erhält, das letzten Endes die europäischen Werte begründete: die Religionskritik. Die kritische Auseinandersetzung mit dem Christentum öffnete erst jene Perspektiven, die langfristig zu Erfolg und technischem Fortschritt führten. Sie war der Startschuss für die Aufklärung.

Multikulti war von Anfang an ein vielschichtiges, sogar ambivalentes Konzept, schreibt YM. Selbstverständlich ist das so. Ich hätte von ihm eine substanzielle Antwort darauf erwartet und nicht jene Idylle, die davon ausgeht, dass alle Kulturen und Religionen in einem Flickenteppichland zufrieden und glücklich zusammenleben. Tun sie nicht, wenn unterschiedliche Werte und der Glaube einer Gruppe dies verhindern, die beste Gesellschaft überhaupt zu sein, mit dem Recht auf jene herunter zu blicken, die Ungläubige sind.

Gleichbehandlung als universellen Wert von Deutschland, sehnt YM herbei. Diese Ideologie wurde jetzt schon mehrfach versucht. Den Mensch realistisch als gutes und schwaches Wesen anzusehen, diese Sichtweise wäre mir erheblich lieber.

Übrigens: YM unterrichtete für die Soros-Foundation.

YM, bitte studieren Sie den Koran, die Hadithe und die Biografie Mohammeds. Googlen Sie bitte nach Bill Warner, Kriege. Möglicherweise sind Sie auf diesem Auge blind, weil sie religiös nicht indoktriniert wurden bzw. gläubig jüdisch gelebt haben. Umso dringender wird diese Aufgabe, die man in New York gerne mal aus dem Blick verlieren kann.
show less

Members

Recently Added By

Author Information

Picture of author.
16 Works 796 Members
Yascha Mounk is Associate Professor of the Practice of International Affairs at Johns Hopkins University, a senior fellow at the German Marshall Fund, and a senior advisor at Protect Democracy. A frequent contributor to the Atlantic, the New York Times, and Die Zeit, he is the host of "The Good Fight" podcast.

Work Relationships

Common Knowledge

Disambiguation notice
Please do not combine with Stranger in my own Country, as it was reworked by the author before being published in German, including a discussion of how the English version was received in Germany.

Classifications

Genres
Nonfiction, Anthropology, Biography & Memoir
DDC/MDS
305.8924043Society, government, & cultureSocial sciences, sociology & anthropologySocial group - Age, Gender, EthnicityEthnic and national groupsOther ethnic and national groupsSemitesHebrews, Israelis, JewsGermany & Central Europe

Statistics

Members
8
Popularity
2,495,834
Reviews
1
Rating
½ (3.50)
Languages
German
Media
Paper, Ebook
ISBNs
2
ASINs
1