Die Idole der Bibliothekare
by Uwe Jochum
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Die Bibliotheksgeschichte weiß in einem zumeist fröhlichen Positivismus von einem Fortschritt der Bibliotheken zu berichten, dessen unendliche Perfektibilität in der modernen virtuellen Bibliothek fast schon erreicht scheint: In ihr wird endlich Schuß gemacht mit den in dunklen Magazinen gehorteten papierenen Irrtümern der Vergangenheit, an deren Stelle das Licht der elktronischen Datenblitze tritt, die die Wahrheit im Nu weltweit verfügbar machen. Dieser stete Blick nach vorn begibt show more sich der Perspektive des Benjaminschen Engels der Geschichte, der die aufgehäuften Trümmer der Vergangenheit und einstigen Idole gewahrt, die nun allmählich dahinschwinden. Indem die Bibliotheksgeschichte diese Perspektive ignoriert, drohen auch die Bibliotheken, von denen es heißt, sie seien das Gedächtnis der Menschheit, einem Vergessen anheimzufallen, das nicht nur diesen oder jenen Inhalt, sondern mit der tradierten Form des Erinnerns zugleich jegliche Erinnerung löscht. Gegen dieses Vergessen optiert das vorliegende Buch für eine Archäologie der Bibliotheken, die die verschwindenden Idole der Bibliothekare und damit eine eigentümliche Form der Einnerung bewahrt. show lessTags
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