Beschützer der Diebe

by Andreas Steinhöfel

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Es ist faszinierend, wie das Buch in 1994 rauskam, aber es kaum Unterschiede gibt, fast 30 Jahre später. Abgesehen der Handys, Telefone, Währung, Kameras, und so was. Ist mir auch erst aufgefallen, als die Währung erwähnt wurde, sonst hätte ich es vermutlich nicht bemerkt (es gibt schließlich auch Leute, die heutzutage noch Kabeltelefone haben).

Wie dem auch sei, ich mochte das Buch sehr. Es war spannend und nervenkitzelnd; kann ich gut für Kinder empfehlen, aber auch Erwachsene.

Positiv:
1) Ich mochte sehr, wie der Autor mit der Liebesbeziehung umgegangen ist. Liebesdrama ist so gar nicht meins und war deswegen schon etwas genervt, als das dann Teil der Story wurde, da darüber nichts im Klappentext steht, und ich shippe die beiden show more Charaktere auch nicht, aber ich fand's am Ende dann doch nicht so schlimm. Es war natürlich nicht das Hauptmotiv der Geschichte, aber selbst als Nebenstory auch nicht *das* Motiv. Es wurde kein bzw. kaum Drama gemacht und alles relativ locker gelassen. Zwar hatten die Charaktere deswegen auch keine Zeit, weil sie alle Hände voll zu tun hatten, aber trotzdem.
2) Es gab auch kein Sexismus, was auch zu Punkt 1 dazugehört. Alle Charaktere waren gleichgestellt – zumindest auf der Heldenseite. Olaf war anfangs zwar sehr oberflächlich, was sich zum Ende hin aber gelegt hat. Auch bei den Eltern gab es keine Unebenheiten.
3) Ich mochte auch sehr, wie der Autor mit Homophobie umgegangen ist. Es gab nur einmal an einer kurzen Stelle homophobe Kommentare, weil ein Charakter ein schwules Paar gesehen hat, aber derjenige hatte eine gute Charakterentwicklung. Find ich super. So sollte Homophobie in Filmen/Serien/etc. gezeigt werden, wenn man es denn unbedingt drin haben will!
4) Der Schreibstil und der Humor, ebenso wie die Charaktere. Jeder hatte einzigartige Persönlichkeitsmerkmale, Schwächen und Stärken ausbalanciert und keiner war perfekt.
5) Ich war zwar schon öfters in Berlin, aber noch nie im Pergamonmuseum. Jetzt will ich definitiv dort hin.

Etwas negativ:
1) Verwirrt hat mich etwas, wie jeder Erwachsene mit Nachnamen erwähnt wird, außer derjenige hat sich den Hauptcharakteren mit Vornamen vorgestellt. Aber vor allem bei den Eltern. Gudruns Mutter zum Beispiel wurde nicht so genannt, sondern "Frau Kreuzer", selbst wenn Gudrun die Protagonistin des Kapitels war.
Etwas komisch, wenn es ja aus der Sicht der Charaktere ist. Ich kenne zwar, dass manche "Frau Mutter"/"Herr Vater" sag(t)en, aber nicht den Nachnamen...

Abgesehen davon, sehr gut und ich werde definitiv noch weitere Bücher von ihm lesen.

Ps: Bernds Sichtweise auf Kunst und wie er Fotokopien sieht, ist sehr interessant, und ich finde, ich kann ihm nur Recht geben.

- 30.09.23
show less
Recht spannend für ein Kinder-/Jugendbuch. Die wahren Stärken kann es vermutlich dann ausspielen, wenn man Berlin kennt oder beim Lesen kennen lernt. Die Hauptfiguren sind glaubhaft, der Kriminalfall nicht so ganz, aber als Gedankenspiel funktioniert er - und spannend schreiben kann Andreas Steinhöfel.
Ich glaube, dass es auch mit Elfjährigen funktioniert und habe vor, während der Lektüre das Pergamonmuseum vorzustellen und eine Karte Berlins dazuzulegen.
Unbedingt lesenswert ist auch das Nachwort des Autors, in dem er über seine Pläne vor und beim Schreiben Einblick gewährt.
Ein Zettel mit ein paar Zahlen und Buchstaben, darunter eine unregelmäßige Zickzack-Linie. Das ist alles, was Guddie, Olaf und Dags in den Händen haben, um eine zufällig beobachtete Entführung aufzuklären - die ihnen leider niemand glaubt. Unbeirrt machen sich die drei daran, den Fall zu lösen. Eine atemlose Jagd durch Berlin beginnt, die ihnen jede Menge Abenteuer und eine heiße Spur beschert - und die ganz nebenbei ein neues Licht auf ihre Freundschaft wirft ...

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Original title
Beschützer der Diebe
Original publication date
1994
People/Characters
Dagmar 'Dags' Kreuzer; Romeo Montague; Gudrun 'Guddie' Berger; Olaf; Bernd Wörlitzer; Mervyn Griffith (show all 11); Kultursenator Röhricher; Oleta Ferris; Michael Bergfeld; Stefan; Inge Warlatzke
Important places*
Hotel Kempinski, Berlin, Deutschland; Pergamonmuseum, Berlin, Deutschland; Hausvogteiplatz, Berlin, Deutschland
First words*
Romeo saß bewegungslos zwischen Pippi Langstrumpf und Kalle Blomquist unter dem Tisch.
Last words*
(Click to show. Warning: May contain spoilers.)Dann purzelten die Bären auf die Bettwäsche, winzige pelzigbraune Figuren, deren gutmütige Schnauzen ein immerwährendes Kinderlächeln umspielte.
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Fiction and Literature, Children's Books
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833.92Literature & rhetoricGerman & related literaturesGerman fiction1900-1990-

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