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Lilach Mer

Author of Der siebte Schwan: Roman

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Die 14-jährige Wilhelmina Ranzau träumt gern in den Tag hinein und stiehlt sich regelmäßig auf dem Dachboden ihres Elternhauses, um den Klängen einer alten Spieluhr zu lauschen. Als Doktor Rädin, ein guter Freund der Familie, sie bei einem ihrer täglichen Ausflüge auf dem Speicher erwischt, bittet er ihre Eltern zum Gespräch. Mina bekommt den Inhalt dieser Unterredung mit, als sie über ihren Kater stolpert. Sie hört, wie ihre Eltern und der Doktor davon sprechen, dass er Mina zur show more Behandlung mitnehmen will, da er der Meinung ist, dass sie verrückt ist. Und sie erfährt, dass sie nicht die erste aus dieser Familie ist, die der Doktor weggeholt hat.

Mina ist am Boden zerstört. Völlig außer sich beschließt sie ein letztes Mal auf dem Speicher ihre geliebte Spieluhr aufzusuchen und denkt an deren geheime Schublade, von der sie bereits wusste, doch nur noch selten öffnete. Darin liegt ein Medaillon mit den Fotografien von zwei Jungs. Sie holte es frührer oft heraus und unterhielt sich mit den Bildern der Zwillinge, verspürte dabei stets eine besondere Verbindung zu ihnen. Nun weiß sie, dass das so ist, weil sie ihre Brüder sind. Während sie diese betrachtet und über das Gespräch des Doktors mit ihren Eltern nachdenkt, hört sie plötzlich die vertrauten Klänge der Spieluhr, nur kommen sie dieses Mal von draußen, wo ein Drehorgelspieler am Tor zum Gut Musik spielt. Sie wartet bis sich die Gelegenheit ergibt und schleicht aus dem Haus, um ihm zu folgen, in der Hoffnung, dass er Antworten für sie hat. Doch sie hat Schwierigkeiten ihn einzuholen und verläuft sich. Als sie völlig verloren scheint hört sie eine Stimme, die sie aus der Richtung eines Baumes ruft. Sie geht dieser nach und trifft auf ihren Kater, der kein gewöhnlicher Kater ist. Er stellt sich ihr als Herr Tausendschön vor und fordert von ihr eine Entscheidung. Sie muss nun den Weg, den sie gehen wird, wählen. Sie muss entscheiden, ob sie nach hause zurückkehrt, wo sie nicht mehr sicher ist, oder dem Geheimnis, dass ihre Familie umgibt auf die Spur geht. Als sie sich zu Letzterem entschließt, bringt der Kater sie in den Wäldern zu den Tataren, einer Zigeunergruppe, die sie mit offenen Armen empfängt, sie in den Zauber der Wälder einweiht und sie von nun an auf der abenteuerlichen Suche nach ihren Brüdern begleitet und unterstützt.

Das Buch beginnt vielversprechend. Eine Großmutter scharrt ihre Tochter und ihre Enkelin um ihr Bett, lässt eine alte Spieluhr laufen und beginnt ihre Erzählung von der kleinen Mina. Es wird so richtig kuschelig. Leider kommt dann sehr schnell die Enttäuschung. Die Autorin, Lilach Mer, kann zunächst durch ihren hauchzarten Schreibstil alle Sinne des Lesers wecken und dieser hat auch gleich den Verdacht, wohin die Reise Mina führen wird, doch dann driftet Mer ab und die eigentliche Geschichte stagniert. Das Abenteuer verblasst, als ob Mina vergessen hat, weshalb sie ihr Zuhause verlassen hat und in Wirklichkeit nur in den Wald geht, um ein Picknick mit ihren neuen Freunden, den Tataren, zu veranstalten. Das 550 Seiten schwere Buch entpuppte sich als sehr schwer verdaulich. Die Schreibweise reicht einfach nicht aus um den Zauber der Geschichte zu entfalten und zu fesseln. Den Inhalt selbst hätte Mer, in weniger als die Hälfte erzählen können und den Überfluss an Worte besser in einen zusätzlichen Gedichtband gepackt. Das sehr schöne, und wiederum sehr plötzliche, Ende kann darüber leider nicht hinwegtrösten.

So wurde für mich zum einzig Interessanten das Nachwort. Mer erklärt darin, was es mit den schönen „Zigeunerzinken“, die einer alten Bildsprache nachempfunden worden sind, zu Beginn der einzelnen Kapitel, auf sich hat. Darin erklärt sie auch, woher das Wort „Tater“ stammt und wie sehr die Geschichte an das wahre Leben von Völkergruppen, wie die Fahrensleute und die Roma, anlehnt. Als Quellen für ihren Roman nennt sie alte Sagen und Märchen aus Norddeutschland und erklärt ein wenig zur Blumensprache, die im Buch einen relativ hohen Stellenwert hat.

Die Kurzbeschreibung des Romans und das süße Cover haben mich zum Kauf verführt, doch der Zauber, der diese Geschichte umgeben soll, hat mich einfach nicht gepackt. Das Buch erinnerte mich an einem sehr langen Aufenthalt im Wartezimmer meines Zahnarztes, begleitet von einem langatmigen Vortrag, während ich bei hochsommerlichen Temperaturen versuche Kaugummi von meiner Schuhsohle zu entfernen- zumindest konnte ich bequem sitzen. Schade, wirklich sehr schade.
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