
Manfred Rommel (1928–2013)
Author of Trotz allem heiter: Erinnerungen (German Edition)
About the Author
Works by Manfred Rommel
Associated Works
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Common Knowledge
- Birthdate
- 1928-12-24
- Date of death
- 2013-11-07
- Gender
- male
- Education
- University of Tübingen
- Occupations
- politician
- Organizations
- Luftwaffe
Christian Democratic Union of Germany - Awards and honors
- Theodor-Heuss-Medaille (1978)
Orden des Großoffiziers im Orden von Oranien-Nassau (1982)
Ehrensenator der Fachhochschule für Technik Stuttgart (1982)
Honorary Doctorate (x3)
General Lucius D. Clay-Medaille (1984)
Chevalier of the Legion of Honour of the French Republic (1985) (show all 7)
Order of the British Empire (1990) - Relationships
- Rommel, Erwin (father)
- Nationality
- Germany
- Place of death
- Stuttgart, Germany
- Burial location
- Ostfilderfriedhof Stuttgart, Deutschland
- Associated Place (for map)
- Stuttgart, Germany
Members
Reviews
Wie fand dieser vielbeschäftigte Mann die Zeit, so viele Bücher zu schreiben? Er notierte alles in A5 Hefte (54 Stück) und führte seine Lose-Zettelsammlung immer wieder dort hin, später auch in den PC. "Gedanken muss man aufschreiben, wenn man sie hat, und nicht erst dann, wenn man sie braucht." Bemerkenswert in diesem Buch seine Gedanken über "Reden als Beruf." (S. 249) Er hat in seinen 22 Jahren als OB wohl über 5000 Reden gehalten. Ein charmantes schwäbisches Schlitzohr, nie um show more einen Spruch verlegen!
An einem Fachwerkhaus in Stuttgart Degerloch liest man auf einem Querbalken eine Aussage vom ehemaligen Stuttgarter OB, die sein Arbeiten wohl treffend charakterisiert: „Das Gute kritisch sehen, um das Bessere zu erreichen.“ (Manfred Rommel) show less
An einem Fachwerkhaus in Stuttgart Degerloch liest man auf einem Querbalken eine Aussage vom ehemaligen Stuttgarter OB, die sein Arbeiten wohl treffend charakterisiert: „Das Gute kritisch sehen, um das Bessere zu erreichen.“ (Manfred Rommel) show less
Der Sohn des Wüstenfuchses war erfolgreicher und beliebter Oberbürgermeister von Stuttgart mit dem missionarischen Drang, seine Gedanken anderen mitzuteilen. Viele seiner Bücher sind lesenswert, so auch dieses.
Allerdings darf man von einem Politiker nicht erwarten, dass er sich gleichmäßig gut in allen Dingen auskennt. Rommel suggerierte dies und erleidet in einigen Themen durchaus gewaltigen Schiffbruch. Dazu gehört insbesondere das Thema Islam. Weil mich der vergleichende Hinweis show more (das Christentum sei ja auch böse gewesen) inzwischen in jeder Diskussion trifft, möchte ich diesen Punkt besonders hervorheben:
1) MR schreibt auf Seite 276:
'Immer wieder hört man, der Islam sei im Unterschied zur christlichen Religion mit der Demokratie kaum vereinbar. Auszüge aus dem Koran sollen das belegen. Aber auch aus der Bibel lassen sich Texte zusammenstellen, die ein völlig falschen Eindruck von der Lehre Christi vermitteln.'
Hier ist MR auf einem gewaltigen Holzweg, wie übrigens mindestens 90% aller Deutschen, mit fallender Tendenz allerdings:
' Es geht nicht um einen Vergleich, sondern meine Analyse des Islam. Dann abwehrend zu sagen,' Du hast etwas Schlechtes unternommen, also darf ich das auch', ist die Argumentation von schlechtem Gewissen, bar jeglicher Argumente.
' MR hätte mindestens zwischen dem Alten und Neuen Testament unterscheiden sollen
' Jesus hat nie dazu aufgerufen, Andersgläubige als Ungläubige zu bezeichnen oder sie gar zu verfolgen.
' Jesus ruft explizit zur Liebe des Nächsten, sogar zum Verständnis für den Feind auf.
' Angehörige anderer Religionen werden nicht verächtlich gemacht, sondern erhalten in jedem Fall, früher oder später gem. Offenbarung, die Chance das Wort des echten Gottes zu hören.
' Die Bibel des Alten Testaments ist eine Geschichtensammlung, die von jedem in das Heute transformiert werden kann.
' Im Neuen Testament stehen keine Aufrufe, die christliche Religion mit Gewalt auf der Erde zu verbreiten.
' Die christliche Kirche ist nächstenliebend und folgt diesem Satz von Jesu: Schaue Dir alles an, aber das Gute behalte.
' Dies schließt sogar die Möglichkeit ein, Amtskirchen wie die katholische oder evangelische abzulehnen und trotzdem bei Jesus bzw. Gott zu sein.
' Nirgendwo im neuen Testament steht, dass man gegen Feinde, die einen vernichten wollen, nichts unternehmen soll.
2) MR schreibt auf der gleichen Seite:
"'Immerhin haben die meisten christlichen Minderheiten im türkischen Herrschaftsbereich überlebt. Das trifft auf muslimische Minderheiten im christlichen Herrschaftsbereich meistens nicht zu.'"
Fakt ist, dass Christen im Nahen Osten und auch in der Türkei nahezu eliminiert sind (gar nicht zu reden von dem, was den Armeniern geschah), das erklärte Ziel der dortigen Staaten ist die völlige Zurückdrängung ALLER anderen Glaubensrichtungen, bis auf den einzig wahren Glauben, den Islam. Wie Türken Christen heute noch behandeln, hat Schwester Hatune in einem lesenswerten Buch beschrieben. Ich glaube an die Tat: Im Einsatz für Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak Mit diesem Satz von MR drückt er nicht anderes aus als seine völlige Ahnungslosigkeit. Witzig ist, wie er seine Quellen teilweise en passant nennt: jener oder jener Politiker aus dem und dem Land hätte ihm das erzählt. Wenn Politiker Politikern glauben bzw. aufsitzen.
Nun, Politiker brauchen den Mut zur Lücke und wenn sie besonders beseelt sind, meinen sie zu allem ihren gut klingenden (rhetorischen) Senf dazugeben zu müssen. MR ist dann am besten, wenn er seine eigene Kaste auf die Schippe nimmt und das liest sich wirklich gut in vielen Teilen dieses Buches, in dem er nichts anderes als seine Verachtung anderen Verwaltungsbeamten, wie er sich selbst bezeichnet, zum Ausdruck bringt, bei einigermaßen demütiger Selbsteinschätzung - aber diese Demut scheint mir nur ein besonders großes Ego zu verhüllen.
'Bei den Gipfelkonferenzen herrscht ein offenes, freundschaftliches Klima. Man versucht sich zu verstehen, kommt sich, wo immer möglich, entgegen und bemüht sich um gemeinsame Positionen. Die Politiker reisen mit einem Stab von Fachleuten un dicken Akten an, in denen alles Wesentliche steht, oft allerdings durchsetzt mit Abkürzungen, deren Sinn sich nur dem Kenner erschließt. Da ich nur durchschnittlich intelligent bin, brauchte ich einmal 20 Minuten, um herauszufinden, dass BL Beitrittsländer heißt.' (S. 361)
Das Highlight des Buches ist die Beschreibung von Orden und Ehrenzeichen, Jubiläumsreden etc. - hier kennt er sich wirklich aus und scheint die ehrenkäsige Heimtücke seiner Kollegen besonders gut kennengelernt und verachtet zu haben.
Manfred Rommel, wärst Du doch bei deinen Leisten geblieben und hättest erkannt, dass Deine eigenen Holzwege mit besonders dicken Brettern belegt sind. MR zeigt leider überdeutlich, was aus Politikern werden kann, die dem Allmachtswissen anhängen und jeden durch die eigene Allwissenheit belehren wollen. Bei ihm zwar in Verkleidung von Schalk und Spott, Demut gar, aber trotzdem überdeutlich verachtend jenen gegenüber, von denen er abhing. Ganze Worthülsenbatterien ohne Inhalt, schießt er ab und man kann sich vorstellen wie er zeitlebens agiert hat, wenn ihm vermeintlich dümmere Verwaltungsbeamte begegnet sind. show less
Allerdings darf man von einem Politiker nicht erwarten, dass er sich gleichmäßig gut in allen Dingen auskennt. Rommel suggerierte dies und erleidet in einigen Themen durchaus gewaltigen Schiffbruch. Dazu gehört insbesondere das Thema Islam. Weil mich der vergleichende Hinweis show more (das Christentum sei ja auch böse gewesen) inzwischen in jeder Diskussion trifft, möchte ich diesen Punkt besonders hervorheben:
1) MR schreibt auf Seite 276:
'Immer wieder hört man, der Islam sei im Unterschied zur christlichen Religion mit der Demokratie kaum vereinbar. Auszüge aus dem Koran sollen das belegen. Aber auch aus der Bibel lassen sich Texte zusammenstellen, die ein völlig falschen Eindruck von der Lehre Christi vermitteln.'
Hier ist MR auf einem gewaltigen Holzweg, wie übrigens mindestens 90% aller Deutschen, mit fallender Tendenz allerdings:
' Es geht nicht um einen Vergleich, sondern meine Analyse des Islam. Dann abwehrend zu sagen,' Du hast etwas Schlechtes unternommen, also darf ich das auch', ist die Argumentation von schlechtem Gewissen, bar jeglicher Argumente.
' MR hätte mindestens zwischen dem Alten und Neuen Testament unterscheiden sollen
' Jesus hat nie dazu aufgerufen, Andersgläubige als Ungläubige zu bezeichnen oder sie gar zu verfolgen.
' Jesus ruft explizit zur Liebe des Nächsten, sogar zum Verständnis für den Feind auf.
' Angehörige anderer Religionen werden nicht verächtlich gemacht, sondern erhalten in jedem Fall, früher oder später gem. Offenbarung, die Chance das Wort des echten Gottes zu hören.
' Die Bibel des Alten Testaments ist eine Geschichtensammlung, die von jedem in das Heute transformiert werden kann.
' Im Neuen Testament stehen keine Aufrufe, die christliche Religion mit Gewalt auf der Erde zu verbreiten.
' Die christliche Kirche ist nächstenliebend und folgt diesem Satz von Jesu: Schaue Dir alles an, aber das Gute behalte.
' Dies schließt sogar die Möglichkeit ein, Amtskirchen wie die katholische oder evangelische abzulehnen und trotzdem bei Jesus bzw. Gott zu sein.
' Nirgendwo im neuen Testament steht, dass man gegen Feinde, die einen vernichten wollen, nichts unternehmen soll.
2) MR schreibt auf der gleichen Seite:
"'Immerhin haben die meisten christlichen Minderheiten im türkischen Herrschaftsbereich überlebt. Das trifft auf muslimische Minderheiten im christlichen Herrschaftsbereich meistens nicht zu.'"
Fakt ist, dass Christen im Nahen Osten und auch in der Türkei nahezu eliminiert sind (gar nicht zu reden von dem, was den Armeniern geschah), das erklärte Ziel der dortigen Staaten ist die völlige Zurückdrängung ALLER anderen Glaubensrichtungen, bis auf den einzig wahren Glauben, den Islam. Wie Türken Christen heute noch behandeln, hat Schwester Hatune in einem lesenswerten Buch beschrieben. Ich glaube an die Tat: Im Einsatz für Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak Mit diesem Satz von MR drückt er nicht anderes aus als seine völlige Ahnungslosigkeit. Witzig ist, wie er seine Quellen teilweise en passant nennt: jener oder jener Politiker aus dem und dem Land hätte ihm das erzählt. Wenn Politiker Politikern glauben bzw. aufsitzen.
Nun, Politiker brauchen den Mut zur Lücke und wenn sie besonders beseelt sind, meinen sie zu allem ihren gut klingenden (rhetorischen) Senf dazugeben zu müssen. MR ist dann am besten, wenn er seine eigene Kaste auf die Schippe nimmt und das liest sich wirklich gut in vielen Teilen dieses Buches, in dem er nichts anderes als seine Verachtung anderen Verwaltungsbeamten, wie er sich selbst bezeichnet, zum Ausdruck bringt, bei einigermaßen demütiger Selbsteinschätzung - aber diese Demut scheint mir nur ein besonders großes Ego zu verhüllen.
'Bei den Gipfelkonferenzen herrscht ein offenes, freundschaftliches Klima. Man versucht sich zu verstehen, kommt sich, wo immer möglich, entgegen und bemüht sich um gemeinsame Positionen. Die Politiker reisen mit einem Stab von Fachleuten un dicken Akten an, in denen alles Wesentliche steht, oft allerdings durchsetzt mit Abkürzungen, deren Sinn sich nur dem Kenner erschließt. Da ich nur durchschnittlich intelligent bin, brauchte ich einmal 20 Minuten, um herauszufinden, dass BL Beitrittsländer heißt.' (S. 361)
Das Highlight des Buches ist die Beschreibung von Orden und Ehrenzeichen, Jubiläumsreden etc. - hier kennt er sich wirklich aus und scheint die ehrenkäsige Heimtücke seiner Kollegen besonders gut kennengelernt und verachtet zu haben.
Manfred Rommel, wärst Du doch bei deinen Leisten geblieben und hättest erkannt, dass Deine eigenen Holzwege mit besonders dicken Brettern belegt sind. MR zeigt leider überdeutlich, was aus Politikern werden kann, die dem Allmachtswissen anhängen und jeden durch die eigene Allwissenheit belehren wollen. Bei ihm zwar in Verkleidung von Schalk und Spott, Demut gar, aber trotzdem überdeutlich verachtend jenen gegenüber, von denen er abhing. Ganze Worthülsenbatterien ohne Inhalt, schießt er ab und man kann sich vorstellen wie er zeitlebens agiert hat, wenn ihm vermeintlich dümmere Verwaltungsbeamte begegnet sind. show less
Mar 2, 2023German
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