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"You understand, I have no fear of the future, I only have some fear of the present."--Jesper Lier, 20, knows only one more thing: he has to change his life, radically. He experiences a turbulent week and a wild odyssey through the new Berlin. A tragicomic novel about the fear of really making the right decisions.

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5 reviews
Jesper Lier ist Anfang 20 und hatte eigentlich vor nach seinem Umzug von München nach Berlin so richtig das Leben zu beginnen und als Autor zu arbeiten. Die Realität sieht jedoch anders aus: er lebt in einem Kellerloch, schreibt für eine Lokalzeitung, um sich finanziell über Wasser zu halten, die Uni hat er nur zur Immatrikulation betreten und langsam wird ihm auch bewusst, dass sein Mammutwerk von Roman, an dem er zwei Jahre lang gearbeitet hat, vermutlich nichts taugt. Der Rest seines kümmerlichen Lebens ist so beklagenswert, dass die Depression die logische Folge ist. Auch seine Freunde dringen kaum mehr zu ihm durch. Seiner Mutter hat er versprochen für den anstehenden Umzug zurückzukehren und zu helfen, aber der geplante show more Familienbesuch drückt ebenfalls aufs Gemüt – wofür lebt er eigentlich noch?

Benedict Wells zweiter Roman, der bereits 2009 erschien, im Herbst 2016 jedoch in einer überarbeiteten Fassung nochmals aufgelegt wurde, hat deutliche autobiografische Züge. Genau wie sein Protagonist verließ Wells nach Ende der Schulzeit die bayerische für die Bundeshauptstadt, um dort die Schriftstellerkarriere zu starten. Mit Nebenjobs als Redakteur schlug er sich durch, bis ihm mit „Becks letzter Sommer“ der Durchbruch als Autor gelang. „Spinner“ hat er in sehr jungen Jahren verfasst, was man dem Roman deutlich anmerkt, alles in der Geschichte dreht sich in einem sehr begrenzten Radius um den Protagonisten, der Blick über den Tellerrand und das Wahrnehmen der Welt um ihn herum gelingt ihm noch nicht.

Der Roman klingt ein wenig nach einem verspäteten Vertreter der Popliteratur. Die junge Hauptfigur auf der Suche nach dem Sinn des Lebens, das hauptsächlich von Alkohol, Zigaretten und Drogen bestimmt wird und immer wieder Referenzen zu den Größen des Literatur- und Musikbetriebs aufweist. Allerdings bleibt Wells völlig frei von Gesellschaftskritik und Jesper ist weitgehend unpolitisch, ja noch nicht einmal offen politisch desinteressiert, weshalb er dann doch hinter den bekannten Vertretern des Genres zurückbleibt. Auch die psychologische Tiefe des Charakters bleibt überschaubar, er ist nicht der intellektuelle Denker, der innerlich zerrissen ist und so tiefgründige Sinnsuche betreiben würde. Im Gegenteil: Jesper Lier ist in weiten Teilen wohlstandsverwöhnt und badet in Selbstmitleid. Auch wenn er durchaus harte Schicksalsschläge erlebt hat, eigentlich ist er in einer sehr komfortablen Lebenssituation und findet nur Gefallen an dem dandyhaften Auftritt eines Emos, der nicht erwachsen geworden ist.

Trotz der Kritik hat mir der Roman gefallen und ich würde ihn ohne Frage als lesenswert bezeichnen wollen. Auch wenn ihm die Tiefe fehlt und er nicht ganz so berühren kann wie mit „Vom Ende der Einsamkeit“, gelingt es Wells doch eine überzeugende Figur zu schaffen, die in sich stimmig ist und deren Seelenleben er glaubwürdig einfängt. Jesper Lier wirkt authentisch und meiner Einschätzung nach durchaus ein symbolischer Vertreter für seine Generation. Sprachlich lässt der Autor an einigen Stellen sein Können aufblitzen, das sich in seinen späteren Büchern dann richtig entfaltet.
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I'll just let the book sum itself up:

"Your book is total stagnation," he said. "Nothing happens, everything stagnates. You're afraid to do something, you just wait. Also, it's remarkably dull. In spite of all the travels and countless massacres at the end..."
Modern aber zuegig geschrieben. Techt tiefe Charaktere. Wirken echt. Viele Grauzonen.
I should probably reconsider the 4-star ratings I’ve given his other books. This one I particularly enjoyed. His characters come to life and become friends as the story progresses, friends I could sympathise with.
Jan 16, 2026English (UK)
Bei Benedikt Wells finde ich etwas in dem, was er erzählt und wie er erzählt, was mich an meine Lieblingsautoren (Irving, Capote, Regener, McCullers, Lee) erinnert. Und dass er das schon mit Anfang 20 hatte, ist beeindruckend und großartig. Ich mag dieses Buch über eine Woche im Leben eines jungen Mannes in Berlin sehr. Es strahlt genau das aus, was Wells an einer Stelle für das Jungsein insgesamt in Anspruch nimmt: Die Einsamkeit und Verlorenheit einerseits, die Zuversicht andererseits. Wirklich ein schönes Buch mit glaubwürdigen Charakteren.
½

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Common Knowledge

Canonical title*
Spinner
Original title
Spinner
Original publication date
2009/2016
People/Characters*
Jesper Lier; Gustav von Wertheim
Important places*
Berlin, Deutschland
Epigraph*
Ich ist ein anderer. 
Arthur Rimbaud
Dedication*
Für Dieter Klose, den ehemaligen Leiter des Grundschulheims Grunertshofen. Einer der wichtigsten und liebenswürdigsten Menschen in meinem Leben ich werde ihm immer dankbar sein.
First words*
Ich habe diese eiskalten Hände.
Last words*
(Click to show. Warning: May contain spoilers.)Man kann damit leben, aber es ist nicht das Wahre, man atmet nicht so tief ein, wie man könnte.
Original language*
deutsch
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Genres
Fiction and Literature, General Fiction
DDC/MDS
820Literature & rhetoricEnglish & Old English literaturesEnglish and Old English (Anglo-Saxon) literatures
LCC
PT2725 .E45Language and LiteratureGerman, Dutch and Scandinavian literaturesGerman literature2001-

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