The Tango Player
by Christoph Hein
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Description
Set in 1968 Leipzig, Christoph Hein's novel is the story of Dallow, an apolitical academic who has just returned to civilian life after serving twenty-one months in prison. His crime: he was the substitute piano player in a student cabaret in which seditious verses were sung. Dallow returns to a life in of loveless sex, police harassment, and brutality, revealing how a corrupt system perverts all human interaction, and how lives are ruined by malicious caprice.Tags
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Zum Inhalt:
Nach 21 Monaten wird Dallow aus der Haft entlassen und kehrt nun, am Anfang des Romans, 1968, in seinen langjährigen Wohnsitz Leipzig zurück. Für eine „Dummheit“ und nicht ein Verbrechen war er im Knast gewesen: er hatte auf dem Klavier ohne Hintergrundwissen oder „schlechte Absichten“ einen regimekritischen Tango begleitet. Nun soll er auf Anraten vieler „alles vergessen“. Ist es Rückgrat oder Trotz, wenn er nun die falschen Kompromisse ablehnt und sich in seinem Widerspruch behauptet? Die Frage ist wohl berechtigt: er, der ehemalige Historiker, entwickelt allem gegenüber eine merkwürdige Gleichgültigkeit: „er will mit allem nichts zu tun haben“, auch nicht mit den Vorkommnissen in Prag, die immer show more wieder auftauchen. Und: gleichzeitig flüchtet er ins Vergnügen, in eine endlose Anzahl von vorbeihuschenden Liebschaften, deren Identität, Namen selbst verborgen bleiben bis auf Elke, mit der er halb fürchtend, halb der Tollheiten überdrüssig, etwas Stabileres anvisiert. Die von ihr eingeforderte Sicherheit eines Arbeitsplatzes (denn er hatte anfangs erst mal von seinen Ersparnissen gelebt) „endlich damit abzuschließen“ bringt ihn zur Suche nach Arbeit, wobei er allerdings zunächst scheitert aus aber nicht eindeutiger Einflussnahme durch die Stasi. Wie wird sich Dallow entscheiden?
Zum Autor:
Christoph Hein wuchs in der Kleinstadt Bad Düben bei Leipzig auf. Da er als Sohn eines Pfarrers kein Arbeiterkind war und er keinen Platz an einer Erweiterten Oberschule bekam, ging er bis zum Mauerbau auf ein Westberliner Gymnasium. Nach dem Mauerbau arbeitete er als Montagearbeiter, Buchhändler, Kellner, Journalist, Schauspieler und Regieassistent. 1964 legte er sein Abitur an der Abendschule ab. In Berlin und Leipzig studierte er zwischen 1967 und 1971 Philosophie und Logik. Danach wurde er Dramaturg und Autor an der Volksbühne in Ost-Berlin. Seit 1979 arbeitet er als freier Schriftsteller.
Als Übersetzer bearbeitete er Werke von Jean Racine und Molière. Von 1998 bis 2000 war Christoph Hein erster Präsident des gesamtdeutschen PEN-Clubs. Er war bis Juli 2006 Mitherausgeber der Wochenzeitung Freitag. Christoph Hein hat zwei Söhne, der jüngere ist der Schriftsteller und Arzt Jakob Hein. Hein ist Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste.
Ein paar persönliche Gedanken:
Man könnte diese 1989 gerade vor der Wende geschriebene Erzählung erst einmal als Beschreibung eines Schicksals in der totalitären DDR auffassen: die Absurdität der Anklage, der Gefängnisstrafe, als auch die ständige Kontrolle in einem Stasi-/Polizeistaat, wie letztlich auch die etwas absurde Auflösung. Man lernt, wie jemand sagte, wie man in diesem Staat also gelitten hat, bzw. haben konnte. Und der Autor, Christoph Hein, steht an guter Stelle, um sich aus eigenen Erfahrungen ein Urteil erlauben zu können. Dies könnte man vielleicht als den „gesellschaftspolitischen Aspekt“ herausstreichen. Für mich mit Familienbanden hin zur ehemaligen DDR ist das nachvollziehbar: Es gab dort Entscheidungen und Gesellschaftsstrukturen, die absurd waren und Leid schufen.
Beim Lesen des Buches taucht für mich aber doch die Frage auf, wie der Einzelne damit umgeht/umgehen kann: Bleibt nur die Flucht in die Verweigerung oder eine Gleichgültigkeit? Oder kann man sich eine andere Möglichkeit vorstellen? M.E.: ja, doch dies benötigte noch eine ganz andere Art von Rückgrat als das von Dallow, scheint mir. Wo finde ich die Kraft, eine Absurdität und auch Leid mit erhobenem Haupt zu begegnen? (Ich musste an die Lebensgeschichte von Nelson Mandela denken...) Kann man sich damit begnügen, sich als Opfer zu verstehen, selbst wenn dies wahr wäre?
Der Autor deutet an, wie die Erfahrung des Gefängnisses nicht einfach abgelehnt werden kann, selbst wenn ihr eine Unschuld vorangeht. Übrigens wird von der Haft selbst kaum etwas erzählt; dennoch ist sie allgegenwärtig und –bestimmend. Das einmal erlittene Unrecht tragen wir ein Stück weit in uns: Dallow spricht von dem „Fuß der noch im Gefängnis ist“ oder auch der Art Heimatlosigkeit, die die neu gewonnene Freiheit trotz allem beinhaltet. Diese Gedanken erinnern mich ein wenig an die hervorragende Kurzgeschichte von Thomas Bernhard „Der Ketterer“. Vielleicht hätte Hein hier noch weiter gehen können anstatt sich immer wieder in den anonymen Geschlechtsbeziehungen zu ergehen?
Auch der Wunsch, „dazu-zu-gehören“ taucht auf, jene „Unmöglichkeit“, in der Absonderung zu leben?
Aber manche dieser Bemerkungen sind vielleicht von den eigenen Freiheiten gezeichnete eines letztlich „Westdeutschen“?!
Ich gab dieses Buch an einen ehemaligen "DDR-Bürger" weiter, der von Heins Sichtweise und Erzählen sehr beeindruckt war: er fand sich also in dieser Schau wieder!
Kein „fröhliches“ Buch, nüchtern geschrieben, aber gut in manchen Denkansätzen. show less
Nach 21 Monaten wird Dallow aus der Haft entlassen und kehrt nun, am Anfang des Romans, 1968, in seinen langjährigen Wohnsitz Leipzig zurück. Für eine „Dummheit“ und nicht ein Verbrechen war er im Knast gewesen: er hatte auf dem Klavier ohne Hintergrundwissen oder „schlechte Absichten“ einen regimekritischen Tango begleitet. Nun soll er auf Anraten vieler „alles vergessen“. Ist es Rückgrat oder Trotz, wenn er nun die falschen Kompromisse ablehnt und sich in seinem Widerspruch behauptet? Die Frage ist wohl berechtigt: er, der ehemalige Historiker, entwickelt allem gegenüber eine merkwürdige Gleichgültigkeit: „er will mit allem nichts zu tun haben“, auch nicht mit den Vorkommnissen in Prag, die immer show more wieder auftauchen. Und: gleichzeitig flüchtet er ins Vergnügen, in eine endlose Anzahl von vorbeihuschenden Liebschaften, deren Identität, Namen selbst verborgen bleiben bis auf Elke, mit der er halb fürchtend, halb der Tollheiten überdrüssig, etwas Stabileres anvisiert. Die von ihr eingeforderte Sicherheit eines Arbeitsplatzes (denn er hatte anfangs erst mal von seinen Ersparnissen gelebt) „endlich damit abzuschließen“ bringt ihn zur Suche nach Arbeit, wobei er allerdings zunächst scheitert aus aber nicht eindeutiger Einflussnahme durch die Stasi. Wie wird sich Dallow entscheiden?
Zum Autor:
Christoph Hein wuchs in der Kleinstadt Bad Düben bei Leipzig auf. Da er als Sohn eines Pfarrers kein Arbeiterkind war und er keinen Platz an einer Erweiterten Oberschule bekam, ging er bis zum Mauerbau auf ein Westberliner Gymnasium. Nach dem Mauerbau arbeitete er als Montagearbeiter, Buchhändler, Kellner, Journalist, Schauspieler und Regieassistent. 1964 legte er sein Abitur an der Abendschule ab. In Berlin und Leipzig studierte er zwischen 1967 und 1971 Philosophie und Logik. Danach wurde er Dramaturg und Autor an der Volksbühne in Ost-Berlin. Seit 1979 arbeitet er als freier Schriftsteller.
Als Übersetzer bearbeitete er Werke von Jean Racine und Molière. Von 1998 bis 2000 war Christoph Hein erster Präsident des gesamtdeutschen PEN-Clubs. Er war bis Juli 2006 Mitherausgeber der Wochenzeitung Freitag. Christoph Hein hat zwei Söhne, der jüngere ist der Schriftsteller und Arzt Jakob Hein. Hein ist Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste.
Ein paar persönliche Gedanken:
Man könnte diese 1989 gerade vor der Wende geschriebene Erzählung erst einmal als Beschreibung eines Schicksals in der totalitären DDR auffassen: die Absurdität der Anklage, der Gefängnisstrafe, als auch die ständige Kontrolle in einem Stasi-/Polizeistaat, wie letztlich auch die etwas absurde Auflösung. Man lernt, wie jemand sagte, wie man in diesem Staat also gelitten hat, bzw. haben konnte. Und der Autor, Christoph Hein, steht an guter Stelle, um sich aus eigenen Erfahrungen ein Urteil erlauben zu können. Dies könnte man vielleicht als den „gesellschaftspolitischen Aspekt“ herausstreichen. Für mich mit Familienbanden hin zur ehemaligen DDR ist das nachvollziehbar: Es gab dort Entscheidungen und Gesellschaftsstrukturen, die absurd waren und Leid schufen.
Beim Lesen des Buches taucht für mich aber doch die Frage auf, wie der Einzelne damit umgeht/umgehen kann: Bleibt nur die Flucht in die Verweigerung oder eine Gleichgültigkeit? Oder kann man sich eine andere Möglichkeit vorstellen? M.E.: ja, doch dies benötigte noch eine ganz andere Art von Rückgrat als das von Dallow, scheint mir. Wo finde ich die Kraft, eine Absurdität und auch Leid mit erhobenem Haupt zu begegnen? (Ich musste an die Lebensgeschichte von Nelson Mandela denken...) Kann man sich damit begnügen, sich als Opfer zu verstehen, selbst wenn dies wahr wäre?
Der Autor deutet an, wie die Erfahrung des Gefängnisses nicht einfach abgelehnt werden kann, selbst wenn ihr eine Unschuld vorangeht. Übrigens wird von der Haft selbst kaum etwas erzählt; dennoch ist sie allgegenwärtig und –bestimmend. Das einmal erlittene Unrecht tragen wir ein Stück weit in uns: Dallow spricht von dem „Fuß der noch im Gefängnis ist“ oder auch der Art Heimatlosigkeit, die die neu gewonnene Freiheit trotz allem beinhaltet. Diese Gedanken erinnern mich ein wenig an die hervorragende Kurzgeschichte von Thomas Bernhard „Der Ketterer“. Vielleicht hätte Hein hier noch weiter gehen können anstatt sich immer wieder in den anonymen Geschlechtsbeziehungen zu ergehen?
Auch der Wunsch, „dazu-zu-gehören“ taucht auf, jene „Unmöglichkeit“, in der Absonderung zu leben?
Aber manche dieser Bemerkungen sind vielleicht von den eigenen Freiheiten gezeichnete eines letztlich „Westdeutschen“?!
Ich gab dieses Buch an einen ehemaligen "DDR-Bürger" weiter, der von Heins Sichtweise und Erzählen sehr beeindruckt war: er fand sich also in dieser Schau wieder!
Kein „fröhliches“ Buch, nüchtern geschrieben, aber gut in manchen Denkansätzen. show less
May 3, 2008German
1
DDR
Jun 24, 2020Spanish
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Author Information

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Christoph Hein (born 8 April 1944): As a poet, playwright, essayist, and novelist, Christoph Hein is considered one of the most important and respected literary voices in Germany today. Widely acclaimed in Germany and abroad, Hein's works have been translated into 17 languages. The Tango Player, Hein's second novel to appear in English, was show more acclaimed as an ingenious and provocative novel by the Times Literary Supplement. The Tango Player gives the reader an insight into life in East Germany. Other novels by Hein include The Distant Lover and Death of Horn. Hein was awarded the prestigious Heinrich Mann Prize and the West German Kritikerpreis in 1983 and was the first recipient of the Erich Fried Prize in 1990. (Bowker Author Biography) show less
Some Editions
Series
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Common Knowledge
- Canonical title
- The Tango Player
- Original title
- Der Tangospieler
- Original publication date
- 1989
- Original language*
- saksa
*Some information comes from Common Knowledge in other languages. Click "Edit" for more information.
Classifications
- Genres
- Fiction and Literature, General Fiction
- DDC/MDS
- 833.914 — Literature & rhetoric German & related literatures German fiction 1900- 1900-1990 1945-1990
- LCC
- PT2668 .E3747 .T3613 — Language and Literature German, Dutch and Scandinavian literatures German literature Individual authors or works 1961-2000
- BISAC
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- 114
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- 286,421
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- Paper, Ebook
- ISBNs
- 21
- ASINs
- 3



























































