
Anne Rabe
Author of Die Möglichkeit von Glück
Works by Anne Rabe
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- Birthdate
- 1986-04-01
- Gender
- female
- Nationality
- Germany
- Map Location
- Germany
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„Das neue Land schmeckte anders, aber die Regeln, denen wir uns unterzuordnen hatten, waren noch die selben.“
Ich finde es immer wieder beeindruckend, wie ähnlich die Geschichten und Erlebnisse von Wendezeitkindern sind. Das Buch spielt genau in meiner Kindheitszeit, Ende 80er und 90er Jahre und deckt sich sehr mit meiner Kindheitsrealität. nicht nur mit meiner, sondern auch mit den Erzählungen meiner Freunde. es scheint, dass es da eine sehr große gemeinsame Realität gibt. besonders show more spannend finde ich das obwohl Stines Eltern (die Ich-Erzählerin aus dem Buch) nicht nur systemkonform, sondern große Sympathisanten des Sozialismus und Kommunismus waren, und meine nicht
oder nur konform (bzw. meine Mama immer in einem inneren Widerstand war) waren, dennoch diese Ähnlichkeiten auffallen. Die DDR hat es geschafft Realitäten gemeinschaftlich gleichzuschalten. Das ist einerseits großartig für die Gemeinschaftlichkeit. Andererseits ist es stark einengend, was die Individualität und persönliches Wachstum angeht. Das Buch zeigt sehr schön genau diesen Spannungsbogen zwischen gemeinschaftlicher Enge, in der unsere Eltern großgeworden sind, und der überrumpelnden individuellen Weite, vor nach der Wende alle plötzlich standen. Unsere Eltern konnten nun nicht von einem auf den anderen Tag, die welt-offenen und experimentierfreudigen Menschen sein. sie mussten sich ihr ganzes Leben unterordnen, sich den äußeren Vorgaben beugen und ihre Persönlichkeiten wurden quasi von der DDR gestaltet, also von außen nach innen. genau das ist auch die Persönlichkeitsschule, die bei mir als Kind ankam und die mir mit auf dem Weg gegeben wurde. du musst dich anpassen. Du musst gute Noten haben, um einen guten Beruf zu haben. Du musst schauen, dass du einen guten Beruf findest, der gebraucht wird. unterm Strich: Du musst dich unterordnen und anpassen an die äußeren Umstände. Mir wurde also von meinen Eltern die sehr einengende Realität aus der DDR gespiegelt. Gleichzeitig stand die Welt plötzlich offen, war gar nicht mehr eng. Durch Massenmedien und globale Kommunikation rückte die Welt ganz nahe zusammen, das Internet kam und zeigte unendliche Möglichkeiten auf. diese Spannung zwischen Enge und Weite hat bei mir (und wohl auch vielen anderen, die das so in ihrer Kindheit gespiegelt bekommen haben) zu inneren Konflikten der Persönlichkeitsentwicklung geführt. einerseits fühlte ich mich anpassen und unterordnen zu müssen. Andererseits standen immer mehr Türen offen, die ganz laut schrien, du kannst alles machen. Ich war also mit zwei Realitäten konfrontiert, die sehr starke Reibung erzeugten. Ich hatte sehr oft das Gefühl, Dinge machen zu müssen, einfach um sie machen zu müssen. D.h. es gab da keine systematischen Vorgaben wie etwa der DDR, eher eine subtile Erwartung, alles so zu erledigen, wie es von außen und von anderen erwartet wird. Es gab also feste Erwartungen, mit denen ich sicher rechnen konnte, die jedoch auf keinem sicheren Boden standen (die DDR gab es nicht mehr) und damit auch in mir Unsicherheit auslösten. Feste Erwartungen und einer sich verflüssigenden Welt. Während meine Eltern zu DDR Zeiten von Lebensstationen zu Lebensstationen eng an die Hand genommen wurden und wenig individuelle Handlungsmacht hatten, hatte ich als Kind auch das Gefühl wenig individuelle Handlungsmacht zu haben, jedoch war da niemand, der mich auf allen Lebensstationen eng an die Hand nahm. So blieb es mir schleierhaft, unter wen und was ich mich denn unterordnen und anpassen könnte oder sollte. Was am Ende davon bei mir ankam, war nur, passe dich an, je nachdem, was gerade eben erwartet wird. also erledigte ich nach außen alle vorbildlich und gewissenhaft, machte meine Eltern und meine Umgebung glücklich. Ich war gut in der Schule. Ich mach keinen Ärger. Ich war gut im Sport. Ich studierte und genoss mit dem Studium das erste Mal das Gefühl von Freiwilligkeit. Schule, Sport und Benehmenmüssen fühlten sich für mich sehr oft sehr einengend, zwanghaft und beklemmend an. nach der Schule musste ich dann feststellen, das ist da gar niemanden gab, keine Einheit, kein System, dass etwas konkretes von mir erwartete, dass auf mich wartete, dass mich an die Hand nahm und mich weiter begleitete. da war nur ich nur ich, der sich plötzlich alleine in dieser riesengroßen unsichere Weite zurechtfinden musste. Die Freiheit fühlte sich großartig an. Die Weite unsicher. Nie wusste ich, was genau ich beruflich machen wollte. Nichtsdestotrotz wollte ich mich der Weite und Unsicherheit stellen, verließ meine Heimatstadt, ging ins Ausland, studierte erst mal nur, nur um zu studieren ohne Berufsbezug. dabei lernte ich mich in der Weite besser zurecht zu finden und besser, mit diesen ganzen vielen Möglichkeiten des Glücks umzugehen, hatte aber noch nicht den entscheidenden Schritt begriffen. Erst mit etwa Ende 20, als ich feststellen musste, dass da immer noch niemand war, der auf mich wartete mich an die Hand, nahm mich irgendwo hin, führte im Leben, spürte ich, dass ich meine Realität nicht nur als Spielball anderer erleben muss, sondern selbst gestalten und in die Hand nehmen kann. Das ich der Erzeuger meiner Realität bin. ich sah Menschen, die einfach ihren Vorlieben nachgingen. Die einfach selbst ein Business machten oder das machten, was sie gerade glücklich machte. Ich hatte das Gefühl, erst lernen zu müssen, was mich glücklich macht oder machen könnte. und dies konnte mir nur gelingen, indem ich meine Perspektive verschiebe, indem ich mich nicht mehr von außen nach innen begreife, mich unterordnen und äußeren Erwartungen anpassen, sondern vielmehr, in dem ich Schritt für lernte, von innen nach außen zu leben. Was tut mir gut, was begeistert mich, wo möchte ich dran wachsen, was macht mich glücklich? Das Kennenlernen entdecken und kultivieren der eigenen Wünsche und Bedürfnisse wurde in der DDR sicherlich stark unterdrückt oder als Egoismus gelabelt. ich denke daher wehte für mich auch immer ein sehr kühler kalter beklemmender Wind aus der DDR, weil alle eben machten, was sie machen mussten, nicht, was sie fühlten oder wollten. Das hat das System und irgendwie auch die zwischenmenschlichen Beziehungen sehr lieblos werden lassen, obwohl hinter dem System eine sehr warme Gemeinschaftsidee steckte. Ich musste für mich erst entdecken und begreifen, dass es genau umgekehrt ist. Nur wenn ich (man kann es egoistisch nennen) mein Glück verfolge und meinen Weg gehe, kann ich glücklich werden, nur so zieht mein Glück weitere Kreise. Wenn ich liebevoll mit mir selbst bin, bin ich es auch mit anderen und dann andere mit mir. Am Ende geht es darum, die Liebe in sich selbst zu entdecken und zu spüren, um diese mit anderen Teilen zu können. Daher ist es besonders wichtig, sich selbst zu öffnen, mit dem Herzen von innen nach außen zu leben. Echt zu leben, nach den eigenen Bedürfnissen. Und nicht unecht nach den Erwartungen anderer. show less
Ich finde es immer wieder beeindruckend, wie ähnlich die Geschichten und Erlebnisse von Wendezeitkindern sind. Das Buch spielt genau in meiner Kindheitszeit, Ende 80er und 90er Jahre und deckt sich sehr mit meiner Kindheitsrealität. nicht nur mit meiner, sondern auch mit den Erzählungen meiner Freunde. es scheint, dass es da eine sehr große gemeinsame Realität gibt. besonders show more spannend finde ich das obwohl Stines Eltern (die Ich-Erzählerin aus dem Buch) nicht nur systemkonform, sondern große Sympathisanten des Sozialismus und Kommunismus waren, und meine nicht
oder nur konform (bzw. meine Mama immer in einem inneren Widerstand war) waren, dennoch diese Ähnlichkeiten auffallen. Die DDR hat es geschafft Realitäten gemeinschaftlich gleichzuschalten. Das ist einerseits großartig für die Gemeinschaftlichkeit. Andererseits ist es stark einengend, was die Individualität und persönliches Wachstum angeht. Das Buch zeigt sehr schön genau diesen Spannungsbogen zwischen gemeinschaftlicher Enge, in der unsere Eltern großgeworden sind, und der überrumpelnden individuellen Weite, vor nach der Wende alle plötzlich standen. Unsere Eltern konnten nun nicht von einem auf den anderen Tag, die welt-offenen und experimentierfreudigen Menschen sein. sie mussten sich ihr ganzes Leben unterordnen, sich den äußeren Vorgaben beugen und ihre Persönlichkeiten wurden quasi von der DDR gestaltet, also von außen nach innen. genau das ist auch die Persönlichkeitsschule, die bei mir als Kind ankam und die mir mit auf dem Weg gegeben wurde. du musst dich anpassen. Du musst gute Noten haben, um einen guten Beruf zu haben. Du musst schauen, dass du einen guten Beruf findest, der gebraucht wird. unterm Strich: Du musst dich unterordnen und anpassen an die äußeren Umstände. Mir wurde also von meinen Eltern die sehr einengende Realität aus der DDR gespiegelt. Gleichzeitig stand die Welt plötzlich offen, war gar nicht mehr eng. Durch Massenmedien und globale Kommunikation rückte die Welt ganz nahe zusammen, das Internet kam und zeigte unendliche Möglichkeiten auf. diese Spannung zwischen Enge und Weite hat bei mir (und wohl auch vielen anderen, die das so in ihrer Kindheit gespiegelt bekommen haben) zu inneren Konflikten der Persönlichkeitsentwicklung geführt. einerseits fühlte ich mich anpassen und unterordnen zu müssen. Andererseits standen immer mehr Türen offen, die ganz laut schrien, du kannst alles machen. Ich war also mit zwei Realitäten konfrontiert, die sehr starke Reibung erzeugten. Ich hatte sehr oft das Gefühl, Dinge machen zu müssen, einfach um sie machen zu müssen. D.h. es gab da keine systematischen Vorgaben wie etwa der DDR, eher eine subtile Erwartung, alles so zu erledigen, wie es von außen und von anderen erwartet wird. Es gab also feste Erwartungen, mit denen ich sicher rechnen konnte, die jedoch auf keinem sicheren Boden standen (die DDR gab es nicht mehr) und damit auch in mir Unsicherheit auslösten. Feste Erwartungen und einer sich verflüssigenden Welt. Während meine Eltern zu DDR Zeiten von Lebensstationen zu Lebensstationen eng an die Hand genommen wurden und wenig individuelle Handlungsmacht hatten, hatte ich als Kind auch das Gefühl wenig individuelle Handlungsmacht zu haben, jedoch war da niemand, der mich auf allen Lebensstationen eng an die Hand nahm. So blieb es mir schleierhaft, unter wen und was ich mich denn unterordnen und anpassen könnte oder sollte. Was am Ende davon bei mir ankam, war nur, passe dich an, je nachdem, was gerade eben erwartet wird. also erledigte ich nach außen alle vorbildlich und gewissenhaft, machte meine Eltern und meine Umgebung glücklich. Ich war gut in der Schule. Ich mach keinen Ärger. Ich war gut im Sport. Ich studierte und genoss mit dem Studium das erste Mal das Gefühl von Freiwilligkeit. Schule, Sport und Benehmenmüssen fühlten sich für mich sehr oft sehr einengend, zwanghaft und beklemmend an. nach der Schule musste ich dann feststellen, das ist da gar niemanden gab, keine Einheit, kein System, dass etwas konkretes von mir erwartete, dass auf mich wartete, dass mich an die Hand nahm und mich weiter begleitete. da war nur ich nur ich, der sich plötzlich alleine in dieser riesengroßen unsichere Weite zurechtfinden musste. Die Freiheit fühlte sich großartig an. Die Weite unsicher. Nie wusste ich, was genau ich beruflich machen wollte. Nichtsdestotrotz wollte ich mich der Weite und Unsicherheit stellen, verließ meine Heimatstadt, ging ins Ausland, studierte erst mal nur, nur um zu studieren ohne Berufsbezug. dabei lernte ich mich in der Weite besser zurecht zu finden und besser, mit diesen ganzen vielen Möglichkeiten des Glücks umzugehen, hatte aber noch nicht den entscheidenden Schritt begriffen. Erst mit etwa Ende 20, als ich feststellen musste, dass da immer noch niemand war, der auf mich wartete mich an die Hand, nahm mich irgendwo hin, führte im Leben, spürte ich, dass ich meine Realität nicht nur als Spielball anderer erleben muss, sondern selbst gestalten und in die Hand nehmen kann. Das ich der Erzeuger meiner Realität bin. ich sah Menschen, die einfach ihren Vorlieben nachgingen. Die einfach selbst ein Business machten oder das machten, was sie gerade glücklich machte. Ich hatte das Gefühl, erst lernen zu müssen, was mich glücklich macht oder machen könnte. und dies konnte mir nur gelingen, indem ich meine Perspektive verschiebe, indem ich mich nicht mehr von außen nach innen begreife, mich unterordnen und äußeren Erwartungen anpassen, sondern vielmehr, in dem ich Schritt für lernte, von innen nach außen zu leben. Was tut mir gut, was begeistert mich, wo möchte ich dran wachsen, was macht mich glücklich? Das Kennenlernen entdecken und kultivieren der eigenen Wünsche und Bedürfnisse wurde in der DDR sicherlich stark unterdrückt oder als Egoismus gelabelt. ich denke daher wehte für mich auch immer ein sehr kühler kalter beklemmender Wind aus der DDR, weil alle eben machten, was sie machen mussten, nicht, was sie fühlten oder wollten. Das hat das System und irgendwie auch die zwischenmenschlichen Beziehungen sehr lieblos werden lassen, obwohl hinter dem System eine sehr warme Gemeinschaftsidee steckte. Ich musste für mich erst entdecken und begreifen, dass es genau umgekehrt ist. Nur wenn ich (man kann es egoistisch nennen) mein Glück verfolge und meinen Weg gehe, kann ich glücklich werden, nur so zieht mein Glück weitere Kreise. Wenn ich liebevoll mit mir selbst bin, bin ich es auch mit anderen und dann andere mit mir. Am Ende geht es darum, die Liebe in sich selbst zu entdecken und zu spüren, um diese mit anderen Teilen zu können. Daher ist es besonders wichtig, sich selbst zu öffnen, mit dem Herzen von innen nach außen zu leben. Echt zu leben, nach den eigenen Bedürfnissen. Und nicht unecht nach den Erwartungen anderer. show less
In der DDR geboren, im wiedervereinigten Deutschland aufgewachsen. Als die Mauer fällt, ist Stine gerade einmal drei Jahre alt. Doch die Familie ist tief verstrickt. In ein System, von dem sie nicht lassen kann, und in den Glauben, das richtige Leben gelebt zu haben. Bestechend klar und kühn erzählt Anne Rabe von einer Generation, deren Herkunft eine Leerstelle ist.
Stine kommt Mitte der 80er Jahre in einer Kleinstadt an der ostdeutschen Ostsee zur Welt. Sie ist ein Kind der Wende. Um den show more Systemwechsel in der DDR zu begreifen, ist sie zu jung, doch die vielschichtigen ideologischen Prägungen ihrer Familie schreiben sich in die heranwachsende Generation fort. Während ihre Verwandten die untergegangene Welt hinter einem undurchdringlichen Schweigen verstecken, brechen bei Stine Fragen auf, die sich nicht länger verdrängen lassen. Anne Rabe hat ein ebenso hellsichtiges wie aufwühlendes Buch von literarischer Wucht geschrieben. Sie geht den Verwundungen einer Generation nach, die zwischen Diktatur und Demokratie aufgewachsen ist, und fragt nach den Ursprüngen von Rassismus und Gewalt. show less
Stine kommt Mitte der 80er Jahre in einer Kleinstadt an der ostdeutschen Ostsee zur Welt. Sie ist ein Kind der Wende. Um den show more Systemwechsel in der DDR zu begreifen, ist sie zu jung, doch die vielschichtigen ideologischen Prägungen ihrer Familie schreiben sich in die heranwachsende Generation fort. Während ihre Verwandten die untergegangene Welt hinter einem undurchdringlichen Schweigen verstecken, brechen bei Stine Fragen auf, die sich nicht länger verdrängen lassen. Anne Rabe hat ein ebenso hellsichtiges wie aufwühlendes Buch von literarischer Wucht geschrieben. Sie geht den Verwundungen einer Generation nach, die zwischen Diktatur und Demokratie aufgewachsen ist, und fragt nach den Ursprüngen von Rassismus und Gewalt. show less
Mit diesem Buch war ich rundum zufrieden. Ich fand es toll zu lesen, spannend und natürlich sehr traurig. Die Autorin schildert ihre Kindheit voller Unterdrückung und ohne Liebe als systemimmanent. Darüber habe ich viel nachgedacht, da ich ja nicht in der DDR aufgewachsen bin, aber viele Leute aus der DDR kenne. Was mir schon auffällt, ist der schnoddrige und unsentimentale, ja harte Stil, den ich oft gegenüber Kindern beobachten konnte, in Familien und Schulen. Verständnis für show more kindliche Eigenheiten habe ich da nicht immer wahrgenommen und das würde ich deutlich anders sehen als in meinem Umfeld. Ich war ja selbst Lehrerin und habe drei Kinder, eine derartige Form von Mobbing wäre aus meiner Sicht nicht möglich gewesen. Und ich habe durchaus Erfahrung mit Mobbing unter Kindern. Aber da müssen Erwachsene einschreiten. Und das tun sie hier wohl nicht.
Ich fand auch den Großvater äußerst interessant. Es ist ja immer die gleiche Geschichte, die meisten „Täter“ (Täter ist hier nicht ganz das passende Wort) haben auch Menschen, die sie lieben und von denen sie geliebt werden, gerade von Kindern. Es ist halt nie so einfach schwarz und weiß.
Am meisten aber gefielen mir aus dem Kursiven die Einschübe anderer Autoren. Das Kursive sind ja Kommentare zum Text und da nimmt sie manchmal auch etwas aus der Literatur.
Am Ende, wenn die Welt vergeht
Und kein Gedicht weiß, wer wir waren,
Wenn kein Atom mehr von uns steht
Seit zwölf Milliarden Jahren,
Wenn schweigend still das All zerstiebt
Und mit ihm auch die letzten Fragen,
Wird es die Welt, die’s nicht mehr gibt,
Niemals gegeben haben.
(Wolfgang Herrndorf)
Und für den Großvater den Verweis auf Berthold Brechts Aufnahme:
https://www.youtube.com/watch?v=7gfF4cj0Nq0
Ihr aber, wenn es soweit sein wird
Daß der Mensch dem Menschen ein Helfer ist
Gedenkt unsrer
Mit Nachsicht. show less
Ich fand auch den Großvater äußerst interessant. Es ist ja immer die gleiche Geschichte, die meisten „Täter“ (Täter ist hier nicht ganz das passende Wort) haben auch Menschen, die sie lieben und von denen sie geliebt werden, gerade von Kindern. Es ist halt nie so einfach schwarz und weiß.
Am meisten aber gefielen mir aus dem Kursiven die Einschübe anderer Autoren. Das Kursive sind ja Kommentare zum Text und da nimmt sie manchmal auch etwas aus der Literatur.
Am Ende, wenn die Welt vergeht
Und kein Gedicht weiß, wer wir waren,
Wenn kein Atom mehr von uns steht
Seit zwölf Milliarden Jahren,
Wenn schweigend still das All zerstiebt
Und mit ihm auch die letzten Fragen,
Wird es die Welt, die’s nicht mehr gibt,
Niemals gegeben haben.
(Wolfgang Herrndorf)
Und für den Großvater den Verweis auf Berthold Brechts Aufnahme:
https://www.youtube.com/watch?v=7gfF4cj0Nq0
Ihr aber, wenn es soweit sein wird
Daß der Mensch dem Menschen ein Helfer ist
Gedenkt unsrer
Mit Nachsicht. show less
Ein sehr verstörendes Buch, der Schmerz ist beim Lesen manchmal kaum auszuhalten. Teilweise wirkt es eher wie ein Sachbuch, nur notdürftig als Roman verkleidet. Die Generation der Wende-Kinder meldet sich zu Wort, und beim Lesen wächst die Hoffnung, dass sie es nun endlich ist, die die richtigen Fragen stellt, so dass gute Antworten möglich werden.
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