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Image credit: Heinz Strunk at Leipzig Book Fair 2016 By Heike Huslage-Koch - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=47685835

Works by Heinz Strunk

Der goldene Handschuh (2016) 136 copies, 4 reviews
Das Teemännchen (2018) 84 copies, 1 review
Fleckenteufel (2009) 57 copies
Die Zunge Europas (2008) 57 copies, 1 review
Ein Sommer in Niendorf (2022) 53 copies, 1 review
Heinz Strunk in Afrika (2011) 32 copies, 1 review
Es ist immer so schön mit dir (2021) 29 copies, 2 reviews
Jürgen (2017) 17 copies, 1 review

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Common Knowledge

Canonical name
Strunk, Heinz
Legal name
Halfpape, Mathias
Other names
Dose, Jürgen
Birthdate
1962-05-17
Gender
male
Occupations
Schriftsteller
Musiker
Hörspielproduzent
Satiriker
Schauspieler
Organizations
Studio Braun
Awards and honors
Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor (2020)
Nationality
Germany
Birthplace
Hamburg, Germany
Places of residence
Hamburg, Germany
Associated Place (for map)
Hamburg, Germany

Members

Reviews

17 reviews
Heinz Strunks neues Buch ist eine Liebesgeschichte. Doch wer Liebesgeschichten liest, um in romantischen Gefühlen zu schwelgen und ab und zu vor Rührung eine Träne verdrücken möchte, sollte dieses Buch sicher nicht lesen. Große Gefühle sind zwar durchaus hier zu finden, aber eher aus den Bereichen Gier, Trieb und Abscheu – von Romantik keine Spur.

Im Mittelpunkt steht ein Mitvierziger, der vom Leben desillusioniert ist und nur darauf wartet, dass die Zeit vergeht. Vor allem die show more Wochenenden.

"Man könnte das kommende und vergangene und das vorvergangene und das Wochenende vor einem Jahr übereinanderlegen, käme in etwa immer das Gleiche bei raus. So ist das mit dem Leben und den Wochenenden: Die Kreise werden kleiner, sie nähern sich dem Radius null."

Die Beziehung mit seiner Freundin Julia ist nur noch Gewohnheit.

"… ihre Gegenwart hat etwas geradezu Sedierendes."

Doch als er auf einer Premierenveranstaltung die deutlich jüngere, sehr schlanke und schöne Vanessa kennenlernt, ist es um ihn geschehen. Er beendet die Beziehung mit Julia und stürzt sich Hals über Kopf in die neue Liebe. Aber Vanessa ist nicht nur schön, sondern auch sprunghaft, reizbar, unberechenbar – das Zusammensein mit ihr wird zu einem ständigen Balanceakt, immer das Richtige zu sagen und zu tun. Obwohl er weiß, dass sie ihm nicht gut tut, ist er nicht in der Lage sich von ihr zu trennen.

Wie Heinz Strunk das beschreibt, die Gedanken und das Handeln dieses stellenweise selbstmitleidigen Mitvierzigers, ist entlarvend und amüsant, aber auch deprimierend, traurig und nervig. Mit einem solchen Menschen möchte man nicht befreundet sein und wenn Heinz Strunk nicht ein so unglaublich guter Beobachter wäre mit der Gabe, dies präzise und ebenso schräg wie schwarzhumorig zu beschreiben, würde es vermutlich schwierig werden, das Buch fertig zu lesen. Aber wegen Sätzen wie den Folgenden liest man immer weiter bis zum glücklicherweise nicht so bitteren Ende.

"Die Schönen tun sich zusammen. Die Dicken tun sich zusammen. Die Krummen tun sich mit den Schiefen zusammen. Und ­ei­ne Jüngere ist noch nie wegen einer Älteren sitzengelassen worden."

"Manchmal, wenn sie in der Stadt spazieren gehen und ihr Spiegelbild zufällig in einem Schaufenster aufblitzt, zuckt er regelrecht zusammen: Wie sehen die (wir) denn aus! Provinzler, die am Wochenende aus den umliegenden Speckgürteln gekrochen kommen, Eltern, deren Kinder gerade das Haus verlassen haben und die nun endlich wieder tun und lassen können, was sie wollen, aber verlernt haben, wie das geht: staunende, ratlose Witzwesen, die durch die aufgeladene Nacht irren. Je aufgeladener die Nacht, desto stärker entladen sich die Witzwesen."

Viele ältere und alte weiße Männer haben es nicht leicht – nach dem Lesen dieses Buches weiß man warum ;)
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Wie tief Menschen sinken können, macht sich die/der DurchschnittsbürgerIn meist kaum klar. Ab und zu sieht man solche geschlagenen Existenzen auf der Straße, gelegentlich kreist eine Gruselmeldung durch die Medien, wenn verwahrloste, auch alkoholkranke Menschen aus ihren Wohnungen geholt und in eine Klinik gebracht werden. Man schaudert sich dann wohlig beim Anblick dieser häßlichen, teils abstoßenden Gestalten und ist glücklich über das eigene, im Vergleich dazu doch schöne Leben. show more Doch was in diesen Menschen vorgeht, wie sie leben und fühlen, bleibt unbekannt, denn wer will schon zu solchen Personen in Beziehung treten?
Heinz Strunk hat es gewagt und das Soziotop der Gaststätte 'Zum goldenen Handschuh' Mitte der Siebziger detailliert beschrieben. Hier finden sich die, die vom Alkohol bereits so zerstört sind, dass ein 'normales' Leben unerreichbar ist. Kriegsveteranen, Verlassene, Behinderte - aber auch Mancher aus der scheinbar so gut situierten Gesellschaft, wo Vieles nur Schall und Rauch ist. Allen gemeinsam ist, dass sie saufen um zu vergessen, um sich besser zu fühlen.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht Fritz Honka, ein erbarmungswürdiger Mensch, der zeit seines Lebens fast nur grausam misshandelt und verstümmelt wurde. Wenn er nicht arbeitet, säuft er bis knapp zur Bewusstlosigkeit im goldenen Handschuh, sodass es ihm noch gelingt, gelegentlich ein weibliches Wesen abzuschleppen, das noch weiter unten in gesellschaftlichen Skala steht (ja, das geht.) Älter sind sie, häßlich wie die Nacht und bar jeden Selbstvertrauens. Er misshandelt, missbraucht und versklavt sie, um sich selbst eine Stufe höher zu stellen.
Daneben steht die Beschreibung einer alteingesessenen, ehrwürdigen Reedersfamilie, deren Glanz jedoch lange zurückliegt. Mittlerweile herrscht nur noch Gleichgültigkeit und Heuchelei und selbst der materielle Reichtum ist nur noch ein Trugbild. Der Senior ist zerfressen von Hass und Wut und wartet nur noch auf den richtigen Augenblick, um dem Allem Ausdruck zu verleihen. Sein Sohn, in einer gleichgültigen Ehe gefangen, verwaltet in der familieneigenen Reederei nur noch den Mangel und gibt sich im goldenen Handschuh regelmäßig dem Suff hin. Und sein Schwager, ein erfolgreicher lediger Rechtsanwalt, ist ein ebensolcher Alkoholiker wie Fritz Honka, von dem ihn lediglich unterscheidet, dass er ein schöneres Zuhaus und mehr Geld hat und damit besseren Alkohol und schönere Frauen bekommt.
Kein sehr symphatisches Personal, das man in dieser Geschichte vorfindet. Und doch gelingt es Heinz Strunk, Mitgefühl für Fritz und die anderen Stammgäste im goldenen Handschuh zu wecken. Denn letzten Endes wollen sie nichts weiter, als ein bisschen Liebe und Respekt und wären mehr als glücklich, einen Menschen an der Seite zu haben, neben dem sie am Morgen aufwachen könnten. Es ist ein vulgäres, ordinäres und grausames Buch, und trotzdem gibt es immer wieder auch Szenen zum Lachen oder bei denen ich völlig gerührt war.
Auch wenn sich das Ganze liest, als käme es von einem anderen Stern, sollte man sich klarmachen, dass wir sooo weit davon nicht entfernt sind. Wie es sich der Jüngste der Reedersfamilie denkt, als er das erste Mal im goldenen Handschuh ist: 'Wieviel davon steckt auch in mir, in jedem?...Werde ich auch so, wenn ich nur lange genug hier sitze?'
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This is an astonishing book. Astonishing in its brutality and astonishing in its realism. I find it difficult to "rate" this book with stars. Should it be given none or all five? How can a book about a serial killer be given a rating? By contrasting Fritz Honka's gruesome character with an upper-class family, Heinz Strunk develops something like an objective view of how thin the line is between what is considered "normal" and what is unbelievably criminal.
This great book combines sadness, tragedy and comedy in a way that few authors can. It's only the second book by Mathias Halfpape (alias Heinz Strunk) that I've read. I'm relatively certain it won't be the last. If it's permitted to claim that one has identified an author's style after only two books, I'll say that I like this author's style.

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