Brothers and Ghosts

by Khuê Pham

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Description

"A young woman, torn between two cultures, belonging to neither. A family, torn apart by a war they had no choice about. Ki u calls herself Kim because it's easier for Europeans to pronounce. She knows little about her Vietnamese family's history until she receives a Facebook message from her estranged uncle in America, telling her that her grandmother is dying. Her father and uncle haven't spoken since the end of the Vietnam War. One brother supported the Vietcong, while the other sided show more with the Americans. When Ki u and her parents travel from Germany to America to join the rest of the family in California for the funeral, questions relating to their past--to what has been suppressed--resurface and demand to be addressed"-- show less

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Schon früh als kleines Mädchen hat Kiều gemerkt, dass ihre Familie anders ist als die der anderen Kinder. Nicht nur dass sie und ihre Geschwister dunkle Haare und mandelförmige Augen haben, die Gepflogenheiten, das Essen, einfach alles unterscheidet sich. Umso mehr versucht sie, wie eine Deutsche zu sein, nicht aufzufallen, sich anzupassen. Als ihre Großmutter stirbt, fliegt sie – inzwischen 30 aber immer noch unverheiratet – mit den Eltern nach Kalifornien, wo der Rest der Verwandtschaft lebt. Nie hat sie sich wirklich gefragt, wie es kommt, dass ihre Eltern in Deutschland sind und die anderen in den USA oder warum sie ihre vietnamesische Heimat verlassen haben. Mit dem Verlust der Großmutter, die sie kaum kannte und von der show more sie noch nicht einmal den Namen weiß, beginnt ihre Reise in die Geschichte ihrer Familie.

Die Journalistin Khuê Phạm thematisiert schon lange die Situation von Einwandererkindern in Deutschland, die zwischen zwei Kulturen aufwachsen und immer das Gefühl haben, weder zur einen noch zur anderen so richtig zu gehören. Dies ist auch das zentrale Thema in ihrem Debütroman, der von ihrer eigenen Familiengeschichte beeinflusst ist. Es ist jedoch nicht nur die Geschichte von jungen Menschen, die ihre Identität suchen, sondern auch von Schuldgefühlen, nicht Ausgesprochenem, dem, was nicht mehr gesagt und zurechtgerückt werden kann, wenn plötzlich jemand nicht mehr da ist.

Kiềus Geschichte bildet den Rahmen, die Reise mit den Eltern, die für sie auch vor der Frage steht, was sie selbst mit ihrem Leben anfangen will. Ein Schwangerschaftstest bestätigt ihre Vermutung, aber ihre Beziehung ist fragil, ihr Freund bereitet gerade den Umzug nach Japan vor und Familie und Sesshaftigkeit gehörten nicht zu den aktuellen Plänen. So unsicher ihre Zukunft, so klar wird ihr, dass sie auch von der Vergangenheit kaum etwas weiß und nicht einmal die Geschichte ihrer Eltern kennt, die sich während des Studiums in Deutschland kennengelernt haben.

Auf ihrem Vater lasteten als Erstgeborenem große Erwartungen; dass er hervorragende Schulleitungen zu erbringen hatte, um Zugang zum Medizinstudium zu erhalten, stand nie infrage. Statt Frankreich reichte es jedoch nur zu Deutschland und während er sich versuchte in diesem seltsamen Land, in dem sich Ende der 60er Jahre viele seiner Kommilitonen für sein Heimatland interessierten, zurechtzufinden, versank Vietnam im Chaos. Ein Heimatbesuch gegen Ende seiner Ausbildung war eher verstörend, nichts war mehr so, wie er es in Erinnerung hatte und auch von seiner Familie hatte er sich entfremdet.

Sein jüngerer Bruder konnte nicht rechtzeitig fliehen und erlebte die Wiedervereinigung und Übernahme durch die Kommunisten. Er musste sich den harten Weg in die Freiheit erkämpfen, hatte dafür aber in den USA stets eine große vietnamesische Community, die die Traditionen weiterleben ließ. Für die Erzählerin eine neue Welt, ein anderes Zusammenleben als sie es aus Deutschland kennt. Auch ihre Eltern lernt sie noch einmal von einer ganz anderen Seite kennen.

Eine beeindruckende Familiengeschichte voller Brüche und verschiedenen Wahrheiten, die alle aus ihrer Perspektive gerechtfertigt und richtig sind. Eine Geschichte, die auch zeigt, wie sich Kultur und Identität konstruieren und immer wieder neu entwickeln und ausgehandelt werden müssen vor dem Hintergrund der Spannungen von familiären und gesellschaftlichen Erwartungen und eigenen Träumen. Ein Einblick in eine fremde Welt, die vor unseren Augen und doch hinter verborgenen Türen stattfindet.
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Kurze Inhaltsangabe
Wir begleiten Kim aus Berlin zu einem Familientreffen nach Little Saigon, ein Stadtteil von Westminster, USA. Der Erzählstrang von Kim behandelt das Lebensgefühl und die Themen einer Frau in ihren 30ern, 2. Generation Vietnamesin und behandelt auch insbesondere das Thema der Postmigration. Daneben werden in zwei weiteren Erzählsträngen die Geschichte Ihres Vaters und die Ihres Onkels erzählt. Während der Vater als Student nach Deutschland migrierte, floh der Onkel während dem Vietnamkrieg und migrierte als Flüchtling in die USA.

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Canonical title
Brothers and Ghosts
Original title
Wo auch immer ihr seid
Original publication date
2021-09
Dedication*
Für Phương und Thoại,
die einen viel weiteren Weg gegangen sind als ich
First words*
Ich muss diese Geschichte mit einem Geständnis beginnen: Ich kann meinen eigenen Namen nicht aussprechen.
Last words*
(Click to show. Warning: May contain spoilers.)»Ich heiße Kiều«, antworte ich.

Er hebt seinen Blick, seine Augen verengen sich. Ich ahne es schon, gleich kommt die Frage.

Er lehnt sich über die Theke. Der Stift ist gezückt.

»Willst du Kuhmilch, Mandel oder Soja?«
Original language*
Deutsch
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Genres
Fiction and Literature, General Fiction
DDC/MDS
833.92Literature & rhetoricGerman & related literaturesGerman fiction1900-1990-
BISAC

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