Author picture

Hao Jingfang

Author of Vagabonds

20+ Works 579 Members 32 Reviews 1 Favorited

About the Author

Hao Jingfang is a Chinese author born on July 27, 1984 in Tianjin, China. She studied and worked in physics at the Tsinghua University. Later her interests turned to economics and earned a doctoral degree in economics. She currently works as an economic researcher at China Development Research show more Foundation. She has continued to develop her writing since high school, from winning the 2002 first prize at the 4th national high school "New Concept" writing competition, to winning the 2016 Hugo Award for Best Novelette for her work Folding Beijing. (Bowker Author Biography) show less

Works by Hao Jingfang

Associated Works

Invisible Planets: Contemporary Chinese Science Fiction in Translation (2016) — Contributor — 681 copies, 27 reviews
Broken Stars: Contemporary Chinese Science Fiction in Translation (2019) — Contributor — 455 copies, 11 reviews
The Mammoth Book of SF Stories by Women (2014) — Contributor — 130 copies, 5 reviews
The Best Science Fiction of the Year: Volume 1 (2016) — Contributor — 124 copies, 5 reviews
Sinopticon 2021: A Celebration of Chinese Science Fiction (2021) — Contributor — 109 copies, 8 reviews
The Best of Uncanny (2019) — Contributor — 69 copies, 2 reviews
The Year's Best Science Fiction & Fantasy, 2016 Edition (2016) — Contributor — 66 copies, 4 reviews
Uncanny Magazine Issue 2: January/February 2015 (2015) — Contributor — 59 copies, 8 reviews
The Best Science Fiction of the Year: Volume 7 (2023) — Contributor — 33 copies, 1 review
Uncanny Magazine Issue 13: November/December 2016 (2016) — Contributor — 24 copies, 8 reviews
Futures & Fantasies (2018) — Contributor — 23 copies, 3 reviews
Clarkesworld: Issue 109 (October 2015) (2015) — Contributor — 11 copies, 1 review
Clarkesworld: Issue 143 (August 2018) (2018) — Contributor — 4 copies, 1 review
SFマガジン 2017年 06 月号 (2017) — Contributor — 1 copy
SFマガジン 2019年 04 月号 — Contributor — 1 copy

Tagged

Common Knowledge

Canonical name
Hao Jingfang
Birthdate
1984-07-27
Gender
female
Education
Tsinghua University (Bx|Physics)
Tsinghua University (PhD|Economics)
Occupations
economist
writer
Nationality
China
Birthplace
Tianjin, China
Associated Place (for map)
Tianjin, China

Members

Reviews

33 reviews
Anfang des Jahres habe ich Ursula K. LeGuins Freie Geister(The Dispossessed) gelesen, ein Buch, das zu meinen absoluten Favoriten gehört, was das Soft-Scifi angeht. Jedes Mal lässt mich dieser Roman lange Zeit nicht los und das schaffen nur sehr wenige Autoren. Hao Jingfangs Wandernde Himmel spielt thematisch in derselben Liga. Statt wie LeGuin eine anarchistische Gesellschaft einer kapitalistischen Gesellschaft gegenüberzustellen, präsentiert uns Hao Jingfang eine technokratische Welt show more auf dem Mars. Dabei ist ihre Vision der Entwicklung des Menschen zu so einer Gesellschaft sowie seine Beweggründe dazu absolut nachvollziehbar und logisch.

Auf der Erde herrscht der Kapitalismus vor. Nach einem langen Krieg, der zur Unabhängigkeit des Mars von der Erde und zu einem kalten Krieg führte, gibt es nach Jahrzehnten erste Annäherungsversuche sowie ersten Tauschhandel. Eine Gruppe 13jähriger Schüler wird vom Mars zur Erde entsandt, um dort zu leben. Die Geschichte beginnt bei ihrer Rückkehr zum Mars. Wir folgen der mittlerweile 18jährigen Luoying Sloan zurück auf ihren Heimatplaneten. Der Einstieg ist sanft, beinahe poetisch. Luoying ist die Enkelin von Hans Sloan, dem amtierenden Generalgouverneur in Mars City. Mit ihr reist eine Abgesandtschaft von der Erde, die auf dem Mars Verhandlungen führen soll zum Austausch von Technologien. Ein Mitglied dieser Gesandtschaft ist Igor, ein Filmemacher, der das Vermächtnis seines Lehrers und Mentors mit sich führt. Igors Lehrer war viele Jahre zuvor für lange Zeit auf dem Mars gewesen und dann zur Erde zurückgekehrt mit einer 3D-Holophotographietechnologie im Gepäck. Igors Lehrer starb auf der Erde an Lungenkrebs. So folgen wir also auch Igor, der unzufrieden ist mit den Zuständen im Filmgeschäft auf der Erde und hofft, durch seine Dokumentation der Reise zum Mars ein filmisches Meisterwerk zu erschaffen, dass die Menschen wachrüttelt und ihm die Anerkennung verschafft, die er sich wünscht.

Schön fand ich hier, wie wir Igors Vorurteile, die auch die Vorurteile der Menschen auf der Erde sind, erleben und wie er sich selbst zwingen muss, von diesen unbeeinflusst das Leben auf dem Mars zu betrachten. Kurz gefasst halten die Menschen auf der Erde ihre Nachbarn auf dem Mars für versklafte, technologiehörige Wesen, die unter der Diktatur von Hans Sloan zu leiden haben. Umgekehrt sind die Menschen auf dem Mars überzeugt, dass ihre Gesellschaft die moralisch überlegenere ist, und halten die Menschen auf dem Mars für drogenabhängige, faule, dem Konsum verfallenen Idioten. Dass Vorurteile leicht gefasst sind, darüber ist sich ja in der Regel jeder Mensch im Klaren, aber etwas obektiv und differenziert zu betrachten, das kostet Zeit und Mühe.

Luoying und die anderen Austauschschüler freuen sich auf ihr Zuhause, aber nach 5 Jahren auf der Erde fällt ihnen die Wiedereingliederung sehr schwer. Auf der Erde konnten sie tun und lassen, was sie wollten. Sie konnten reisen, wohin sie wollten und das arbeiten oder lernen, was sie wollten. Auf dem Mars herrscht ein vorgegebenes System. Unterschiedliche Entwicklungszweige haben sich in Studios zusammengefasst, denen man sich je nach seinen eigenen Interessen und Fähigkeiten anschließen kann. Während das Grundeinkommen gesichert ist und jeder dieses Grundeinkommen erhält, ist der Anschluss an ein Studio Voraussetzung dafür, dass man zusätzliches Einkommen erhält. Hierbei konkurrieren die unterschiedlichen Studios um die Projektgelder des Parlaments, die diese Gelder danach verteilen, welches Projekt am nützlichsten für die Entwicklung der Gemeinschaft ist. Das mag auf den ersten Blick paradiesisch wirken, aber durch Luoying und die anderen Figuren merkt man schnell, dass es nicht so einfach ist, wie man meinen mag. Luoying tut sich schwer damit, sich wiedereinzufinden. Während ihrer Zeit auf der Erde war der Mars ihre von Kindheitserinnerungen geprägte Heimat, aber nun, da sie zurück ist, erkennt sie, dass sie so keinen rechten Platz für sich findet. Nur sehr langsam erfährt der Leser, was es mit dem Tod ihrer Eltern auf sich hat. Man folgt Luyoing und ihren Schüleraustauschfreunden durch ihre Gedanken und Gefühle, ihre Haltlosigkeit und ihre Überzeugung, dass sie nur Marionetten sind. Auch die Hintergründe, warum Luoying damals zur Erde geschickt wurde, obwohl sie bei den Prüfungen und im Auswahlverfahren eher mittelmäßig abgeschnitten hatte, bleiben lange im Dunkeln und führen nicht nur den Leser zu den wildesten Spekulationen. Am Ende sind diese Gründe einfach nur menschlicher Natur.

Grundthema des Buches ist nicht nur, wie der Mensch leben will, sondern wie bereits bei LeGuin die Frage nach der Freiheit. Dafür gibt es unterschiedliche Definitionen, die abhängig sind vom Einzelnen und nicht für die Gesamtheit der Menschheit gelten. Für den einen ist es die freie Wahl, was er tun und lassen und wo er leben möchte. Für den anderen ist es die Möglichkeit, sich nicht nur kaputt zu schuften sondern auch seinen Leidenschaften nachzugehen.

„Und was denkst du, wer freier lebt?“
„Ich weiß nicht. Was ist denn die Definition von Freiheit?“

Eine Figur im Buch, Dr. Renny wird dabei eine wichtige Bezugsperson nicht nur für Luoying sondern auch für den Leser. Dr. Renny ist auch die Figur für mich gewesen, der ich mich am meisten verbunden gefühlt habe. Hauptsächlich deswegen, weil ihm die Entscheidungen der ‚Oberen‘ über seine Karriere und seinen Beruf egal waren, solange er seiner wahren Leidenschaft und seinen wahren Interessen folgen konnte.

Luoying sah daran aber die größte Ungerechtigkeit. Ihr und auch ihren Freunden fiel es schwer zu akzeptieren, dass Dr. Renny eine andere Definition von Freiheit hatte als sie selbst.

Er hatte keinen Grund zur Klage, denn wer die Wahl hatte, musste dafür die Verantwortung übernehmen. Freiheit und Einsamkeit gehörten zusammen wie Zwillinge.

Was wirkliche Freiheit ist, das versuchten schon viele Philosophen und Schriftsteller der Vergangenheit zu ergründen. Und auch heute finde ich dieses Thema einfach nur faszinierend.

Hao Jingfang verfolgt diese Frage durch die Augen ihrer Figuren. Dabei erfährt der Leser die Thematik nicht nur durch Luoying und ihre Freunde, sondern auch durch Dr. Renny, Hans Sloan und Rudy Sloan. Die Gesellschaft auf dem Mars ist komplexer, als es die Jugendlichen vermuten. Wie viele Menschen begehen sie den Fehler, vorschnell zu urteilen und aus einzelnen Puzzlestücken ein ganzes Bild zusammensetzen zu wollen. Und auch als Leser ist man davor nicht sicher, denn oftmals vermutet man diese und jene Gründe, wird am Ende aber doch eines besseren belehrt.

Der Roman ist wie bereits die Erzählung Peking falten in einem sehr ruhigen Erzählton gehalten, dem eine Tiefgründigkeit und tiefempfundene Traurigkeit nachschwingen. Es gibt keine Action und keine herausragenden Spannungsmomente. Die Geschichte lebt von der langsamen Enticklung ihrer Figuren und den genauso langsam zu Tage tretenden Ereignissen und Hintergründen. Die Sprache dabei ist schon fast poetisch und einfach nur wunderschön.

Wandernde Himmel ist kein Roman, der sich schnell liest. Man sollte sich diese Zeit auch nehmen, denn die Thematik berührt den interessierten Leser zutiefst. Jedes Mal, wenn ich das Buch zur Seite legen musste, dachte ich trotzdem ständig über das Gelesene nach.

Zur Übersetzung muss ich außerdem sagen, dass sie absolut hervorragend ist. Die Sprache ist einfach wunderschön. Dem Lektorat muss ich ebenfalls mein Lob ausprechen, denn ich bin nicht einem einzigen Fehler begegnet.

Fazit
Ich kann gar nicht sagen, wie sehr mir dieses Buch gefallen hat. Wie Freie Geister wird es mich lange nicht loslassen und ein Roman sein, den ich bestimmt noch einige Male lesen werde. Für Leser, die Weltraumabenteuer und eine actionreiche Story suchen, ist Wandernde Himmel sicherlich nicht das Richtige, aber für Leser, die sich gern mit gesellschaftlichen und philosophischen Fragen auseinandersetzen möchten und die auch schon von LeGuins Werken begeistert waren, ist dieses Buch genau das Richtige. Von allen Büchern dieses Jahr ist Wandernde Himmel mein absolutes Lesehighlight gewesen, das locker in der oberen Liga des Soft-Scifi mitspielen kann. Ich muss gestehen, dass ich das nicht erwartet hatte.

Anmerkung:
Da es sich bei diesem Buch um ein zur Verfügung gestelltes Rezensionsexemplar handelt, muss ich diesen Beitrag als Werbung kennzeichnen. Ich möchte allerdings versichern, dass die verfasste Rezension meine ehrliche Meinung wiedergibt und nicht von der Tatsache, dass es sich um ein Rezensionsexemplar handelt, beeinflusst wurde. Denn ganz ehrlich, Rezensionen hätten keinen Sinn, wenn sie nicht ehrlich wären. Ich möchte dem Rowohlt Verlag meinen größten Dank aussprechen dafür, dass sie mir als Betreiber eines so kleinen Blogs ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Es war mir das größte Vergnügen, diesen Roman zu lesen. Vielen Dank!

Wandernde Himmel erscheint am 25.09.2018 und ich wünsche diesem Roman eine begeisterte Leserschaft. Ich hoffe, dass noch weitere Werke der Autorin und anderen chinesischen AutorInnen ihren Weg ins Deutsche finden. Die Literaturszene wird meiner Meinung nach davon nur profitieren.
show less
Visually, the shifting skyscrapers of ‘Folding Beijing’ brought to mind the film ‘Dark City,’ but the mechanics of this scenario are all-too-human, and underlaid with a cynical observation that “they would do this if they could.” Europe has taken one approach to the ‘problem’ of automation advances making menial jobs practically obsolescent. Here, Hao Jingfang theorizes what China might do. This future city, a technological marvel, has a strict caste system, which the reader show more sees through the eyes of one waste worker, who’s willing to flout the law in order to try to earn some money to better his adopted daughter’s future. As we gain insight into the perspectives of people in each of three very different Beijings, the parallels with our real-life society become clear. And oh, it’s also a heart-wrenching tale, vividly illustrating how the scale of people’s dreams can differ exponentially, and how the few at the top sit comfortably on a throne crafted from the misery of the many.

The one thing, though, that made me feel positive about this story is that I couldn’t help seeing it as a sequel to Kelly Robson’s “Two-Year Man” (http://kellyrobson.com/two-year-man/). I know, none of the details match, but it does have the lowly worker adopting a foundling, and well, the outcome here is undoubtedly better that it is bound to have been in Robson’s story!

I also think that any fans of Paolo Bacigalupi’s short fiction, especially, perhaps, “Yellow Card Man” will particularly enjoy Hao Jingfang’s offering.
show less
This book is long, exactly 600 pages, and, even though it takes place on Mars, there's a lot more philosophy than action in those pages. Nevertheless, I never felt it dragged or that I was bored.

A group of young Martians were sent to Earth for five years and are just returning to Mars at the start of the book. Mars and Earth are very different in societal terms. Earth is a laissez-faire capitalist society while Mars is a communal socialist enterprise. For the group of young people just show more returning to Mars and the start of their adult life, these five years have made them question Mars society and their place in it. Luoying, a dancer and granddaughter of the consul of Mars, is our lens on the changes to come. On Earth she often heard her grandfather referred to as a dictator. Back on Mars she continually thinks about whether he is or isn't. The other main character is a filmmaker from Earth, Eko, sent to document the interactions of the Earth delegation with the Mars government. There are still tensions from the war between Earth and Mars over 100 years ago and it is still a question whether the two planets can exist peacefully. And there are factions on Mars who want to change the status quo but some want to do it peacefully and legally and some want to start another war. So, with all this going down, it's easy to see why it would take 600 pages to bring the narrative to a conclusion.

I couldn't help but feel that this book was an allegory for the relationship between China and the USA. Jingfang lives in Beijing and works as a macroeconomics researcher so I don't think it's unlikely that she has a good understanding of both the capitalist and socialist economies. She doesn't seem to approve of capitalism but, at the same time, she seems to see flaws in the restrictive world of Communism. And, in the end, I think she sees Mars (China) evolving but not to absolute capitalism.
show less
½
The Boule Chamber of the Capitol of the Republic of Mars in located in Mars City, a huge habitat enclosed in glass with soaring glass towers and connected by tube trains. In fact, the city is almost the entire Republic of Mars, excepting a few military outposts of the Flight System. Ruled by the veterans of the bloody rebellion which led to the planet’s independence from Earth, the humans of Mars have constructed a technological utopia that far surpasses their indolent, wasteful and greedy show more cousins on Earth. They have mastered nuclear fusion technology and moved the dwarf planet Ceres into orbit around Mars to serve as their third moon. Soon they plan to turn its icy surface into the precious water needed on their home world.

But the Martians lack expertise in hydrology and hydraulic engineering. They need help from their watery neighboring world. Help may be arriving soon. The diplomatic ship, the Maearth is returning to Mars with a delegation of political and industrial leaders from Earth and a group of the Martians’ daughters and sons, the Mercury Group. Named for the ancient Roman god, these messengers and exchange students from Mars lived for years on Earth, as good will ambassadors absorbing information about the cultures and ways of their hosts across the globe.

Among them is Luoying, a dancer, and the granddaughter of Hans Sloan, the consul of Mars, or as he’s referred to on Earth, “the great dictator.” On her return home Luoying finds herself somewhat ill at ease, and a bit alienated from her childhood home. And she’s not the only member of the Mercury Group to feel this way. But what are they going to do with these feelings? There is no consensus among them, but they feel they ought to do something. As the author states in the prologue to the first part, “This is a tale of the fall of the last utopia.”

It’s also a highly literate philosophical novel bristling with ideas about politics, human nature, art, and a passion for ideals. It filled to the brim with conflicts: between generations, individual freedom and collective unity, capitalism versus a technological socialist utopia, creativity versus commerce, highbrows versus lowbrows, and chocked full of cultural misunderstandings. Through her characters and the results of their actions, the author presents sound arguments for both sides. The closest she comes to hinting at her own point of view is with her ubiquitous quotes from Albert Camus. This is a true wonder of a book, both subtle and profound.
show less

Lists

Awards

You May Also Like

Associated Authors

Statistics

Works
20
Also by
15
Members
579
Popularity
#43,292
Rating
½ 3.7
Reviews
32
ISBNs
46
Languages
9
Favorited
1

Charts & Graphs