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Monika Helfer

Author of Die Bagage

32 Works 405 Members 9 Reviews

Series

Works by Monika Helfer

Die Bagage (2020) 159 copies, 5 reviews
Vati: Roman (2021) 54 copies, 2 reviews
Löwenherz (2022) 37 copies, 1 review
Library for the War-Wounded (2024) 33 copies
Die Jungfrau (2023) 14 copies
Waar vader was roman (2022) 13 copies
Rosie und der Urgroßvater (2010) 13 copies
Der Bücherfreund: Erzählung (2025) 8 copies, 1 review
Leeuwenhart (2024) 7 copies

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16 reviews
Die Anerkennung für dieses Buch ist enorm, Leserinnen (zumeist) und Feuilleton sind hingerissen. Aber mich konnte 'Die Bagage' nicht begeistern, wobei es nicht die Geschichte an sich ist, sondern der eigenwillige Schreibstil der Autorin.
Es ist ihre eigene Familiengeschichte laut Aussage Monika Helfers. Als nicht wirklich dem Dorf Zugehörige lebten sie dort am Rande in Armut, stets misstrauisch beäugt von den Einheimischen. Insbesondere, da die Grossmutter der Autorin eine show more aussergewöhnliche Schönheit war. Als deren Mann Josef in den Krieg musste und Marie, so ihr Name, schwanger wurde, war für die Dorfbewohner klar, dass da nicht alles mit rechten Dingen zuging.
Monika Helfer beschreibt nicht nur das Leben ihrer Grosseltern, sondern flicht fast beiläufig die Lebenswege ihrer zahlreichen Onkel, Tanten, Cousinen und Cousins ein, was ihr häufig mit ein, zwei Sätzen gelingt. Dafür springt sie immer wieder innerhalb eines Absatzes nicht nur auf das Zeitliche bezogen hin und her, sondern auch thematisch. Auf rund anderthalb Seiten erfährt man beispielsweise, wie Tante Kathe zu ihrem Ehemann kam, dieser ihre Kinder be- und misshandelte, das Verhältnis der Ich-Erzählerin zu diesen Kindern (ihrem Cousin und ihrer Kusine), das Leben bei dieser Tante nach dem Tod der Mutter undundund. Ich fand dies nicht so schön, da mir die einzelnen Personen dadurch fremd blieben.
Der Sprachstil wirkt schlicht, häufig sind es recht kurze Sätze, die aber immer wieder voller Hintersinn stecken. "... bereits einen Tag nachdem sie das Dorf verlassen hatten, waren sie getrennt worden. Die Hüte hatten die Köpfe überlebt. Bereits vier also waren tot." Oder " Man sage ja auch "gefallen", als ob das Sterben da draussen ein bloßes Hinfallen wäre." Wären nicht diese mich störenden, ständig auftauchenden Sprünge in 'Zeit und Raum' ;-) gewesen, hätte ich mit diesem Buch vermutlich mehr anfangen können. So blieb es bei einem durchschnittlichen Lesevergnügen.
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"Die Bagage", das sind die Vorfahren der Autorin, ihre Großeltern und deren viele Kinder, darunter Grete, die Mutter von Monika Helfer. Grete hing der Makel an, nicht vom Vater zu sein. Schön sind die beiden Großeltern, vor allem Maria, die Großmutter. Und als der Großvater, Josef, in den ersten Weltkrieg eingezogen wird, ist Maria schutz- und mittellos in einer armen Umgebung. Denn der eigentlich zu ihrem Schutz bestellte Bürgermeister tritt hier eher janusköpfig auf. Ganz hinten im show more letzten Winkel des vorralbergischen Bergdorfes lebt die armselige Familie. Als Maria schwanger wird, entspinnen sich Spekulationen, von wem das Kind sein kann. Schnell wird sie und werden ihre Kinder Opfer von Gerüchten und Mobbing.
Was dieses Aufwachsen für Folgen noch in die nächste Generation hat, das wird immer wieder aufgegriffen, aber im Wesentlichen ist das Buch sehr dicht an der eigentlichen Handlung.
Mich hat das Buch sehr gut abgeholt, vor allem sprachlich. Aus meinem eigenen Dialekt kenne ich den abschätzigen Ausdruck "die Bagage", einen besseren hätte die Autorin nicht finden können. Die Autorin bringt den sprachlichen Rhthmus des Vorarlberger Dialekts sehr gut in ihre Sprachmelodie. Die Geschichte konnte mich gut fesseln und die Personen waren trotz der wenigen Seiten als Individuen sehr gut vorstellbar.
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Maria, eine außergewöhnlich schöne Frau, lebt in der Abgeschiedenheit der österreichischen Berge mit ihrem Mann Josef und den 4 Kindern. Im Dorf nur als "Bagage" betitelt, sind die Moosbruggers faszinierend und abstoßend zugleich. Als Josef 1914 in den Krieg zieht, bittet er den Bürgermeister auf Maria ein Auge zu haben. Der nimmt sie mit in die nächste Stadt, wo sie Georg aus Hannover begegnet. Beide sind sofort für einander entflammt. Kurz darauf erwartet Maria ihr fünftes Kind. show more Greta, die Mutter der Autorin, mit der Josef nie ein Wort reden wird. Maria bringt ihre Kinder durch die Kriegsjahre, wird vom Bürgermeister fast vergewaltigt und stirbt mit Mitte dreißig, nachdem sie sieben Kinder geboren hat. Helfer, 2017 für den Buchpreis nominiert ("Schau mich an, wenn ich mit dir rede", hier nicht besprochen), skizziert in einer präzisen Sprache, ohne Wertung dramatische Lebenswege ihrer Angehörigen. Sie selbst wuchs bei ihrer Tante Katha auf, nachdem Greta ebenfalls früh verstarb. Ein biografischer Roman mit Tiefgang, berührend und literarisch geschickt komponiert, der eine breite Empfehlung verdient. show less
Der Literaturkritiker Denis Scheck hat dieses Buch empfohlen (“Auf nur 160 Seiten entfaltet die Autorin Monika Helfer eine beeindruckende und gehaltvolle Geschichte über Familienstrukturen und Beziehungen.”) und sein Wort hat für mich Gewicht.

Wie so oft, wenn’s dem Esel zu wohl wird, naja, Ihr wißt schon… Das Problem dieses kurzen Büchleins ist, daß es die einerseits sehr persönlich erzählte Familiengeschichte der Autorin ist.

Helfer beantwortet darin sich und uns die Frage show more “Woher komme ich?”. Das deutet aber auch bereits mein erstes Problem an: Diese Frage habe ich mir in bezug auf die Autorin nie gestellt. Ihre persönliche Antwort läßt mich daher weitgehend kalt.

Parallel kommt hinzu, daß es - zumindest meinen Lese-Erfahrungen zufolge - kein seltenes Schicksal ist: Familie auf dem Dorf am Ende der Welt vor gut 100 Jahren - zur Zeit des Ersten Weltkrieges. Die Frau, Helfers Großmutter Maria, ist nicht landläufig (sic) “normal” und wird daher samt ihrer Familie der ganzen denkbaren Boshaftigkeit einer dörflichen “Gemeinschaft” ausgesetzt - widerlich, aber hinlänglich bekannt.

Noch schwieriger wird es, wenn eine ohnehin schon nicht besonders spannende Geschichte mühselig zu lesen. Ein Beispiel; das folgende ist nämlich ein einziger Satz:

“Tag und Nacht zog das Pferd den Schneepflug über die Wege und schaufelten die alten Männer, die man im Krieg nicht brauchen konnte, die Schellen am Zaumzeug waren Tag und Nacht zu hören, und einmal — alle waren schon in der Kirche, aus den Mündern dampfte es, aus dem Weihrauchfass in Walters Händen dampfte es, seit Neuestem war er Ministrant, weinend hatte er gebettelt, Ministrant sein zu dürfen, auf die Knie war er vor Maria gegangen, wie es der Pfarrer den Schülern beigebracht hatte, in ihren besten Kleidern waren alle in der Kirche, Frauen und Mädchen links, die Männer und die Buben rechts —, da öffnete sich der Haarknoten an Marias Hinterkopf, sie nahm das Schultertuch ab und versuchte, die Haare neu aufzustecken.”

Das sind, falls ich richtig gezählt habe, 123 Worte (!) in einem Satz, der letztlich aussagt, daß Marias Haarknoten sich gelöst und sie versucht hat, diesen wieder herzurichten. Alles andere ist “Beiwerk”.

Dergestalt lesen sich leider weite Teile des autobiographischen Romans, auf dessen Lektüre ich gut und gerne hätte verzichten können.

Dennoch: “Die Bagage” ist kein schlechtes Buch. Nur einfach kein originelles Buch und allenfalls nehme ich mit vollem Einverständnis und Genugtuung folgende Erkenntnis über Pfarrer mit:

“Er war derselben Meinung wie sein Vater, dass so einer eine überflüssige Existenz sei, ein Nichtsnutz.”

Denis Scheck bleibt trotzdem mein Held!


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